MMM/03 – Wintermantel nach Pramo

Jetzt wo der MeMadeMittwoch nur noch einmal im Monat stattfindet, habe ich einen guten Grund meinem inneren Schweinhund ne Nase zu drehen und dem fetten faulen Mops in mir in den Hintern zu treten. Bisher konnte ich ja immer sagen, na gut nächste Woche ist ja auch noch ne Möglichkeit teilzunehmen … schieb schieb … und am Ende des Jahres bin ich grad … Moment ich guck mal schnell … ach Du Schei… 1 x in 2017 und kein Mal davor (Sew – und Knit Along mal ausgenommen) dabei gewesen. Da hab ich wohl erschreckend oft geschnarcht. Eigentlich fast immer. Also so ganz doof finde ich das mit dem monatlichen Rhythmus nicht. Als Schreiber jedenfalls.

Als Leser ist das natürlich ne ganz andere Hausnummer und Neee! zu anderen Linkpartys wechseln geht nicht so einfach, das hab ich letzten Sommer während der Sommerpause versucht. Man war ich glücklich und erleichtert als diese Phase ein Ende hatte. Der MeMadeMittwoch hat eben eine ganz eigene Qualität. Dies jetzt mal als fettes Lob an Alle die den MeMadeMittwoch gestalten. Sowohl an das Team, die alles so wunderbar organsieren, als auch an all diejenigen, die mit ihren tollen und vor allem menschlich warmen und ehrlichen Blogbeiträgen das Maß der Qualität deutlich mitbestimmen.

So nun aber zum eigentlichen Thema. Ich habe mir einen Wintermantel genäht. Nicht gestern und auch nicht letzten Monat, sondern bereits im Januar. Er ist nicht ganz perfekt, aber das ist wurscht, denn ich liebe ihn und seit ich ihn habe, hängen all die ungeliebten regendichten Jacken an der Garderobe und stauben ein.

Begonnen hat alles mit der Überlegung, was ich aus diesem Blog machen will. Aufgeben oder weitermachen? Ich blogge gern, aber nähe eben doch noch lieber. Wenn das Zeitfenster aufgeht und ich mich entscheiden muss, Blogpost schreiben oder nähen, fällt die Entscheidung recht leicht. Am Anfang jeden Beitrags stehen ja auch noch die Fotos … , das macht es nicht wirklich leichter.

Dann gibt es da noch so ein Regal im Nähzimmer, da lagere ich meine Nähanleitungen und Nähzeitschriften. All die alten schönen PRAMOS (für nicht eingeweihte: PRAktische MOde; Nähzeitschrift aus der DDR), die ich sehr liebe aber im Grunde nur ansehe und streichle. Eigentlich Schade drum.

Also hatte ich eine Idee. Ich mach mir meinen eigenen SewAlong, nehme mir jeden Monat alle Zeitschriften des Monats aus einem Jahrzehnt und such mir ein oder mehrere Modelle aus und mach was draus.

Im Januar hab ich schon mal nichts gefunden. Im Februar allerdings ….

PRAMO 2/1976 – Modell 7/0276

… fand ich dieses Mäntelchen und wollte es haben. Die richtige Größe hatte es auch (in der Pramo gibt’s immer nur Eingrößenschnitte). Der Wollwalk lag auch schon in der Sammelkiste und wartete. Eigentlich war ein anderer Schnitt dafür in Planung, aber Flexibilität und Spontanität gehören nun mal zu meinen Grundeigenschaften.

Schnittliste und Nähanleitung (Ja der Satz am Ende der Schnittliste! Das ist alles)

Da es nicht wirklich eine Nähanleitung gibt, steht am Anfang immer ein sehr gründliches Nachdenken. Der Mantel ist im Original ohne Futter. Also Schnittteile übertragen und Futterschnitt basteln. Der Mantel war mir zu lang, also kürzen.

Zuerst hab ich ALLE Teile zugeschnitten. Danach habe ich festgestellt, das es schlau wäre zuerst das Futter zu nähen.

Als das Futter fertig war, habe ich es übergeworfen und hatte erstmal schrecklich schlechte Laune. Irgendwie klemmt das gute Stück an allen Ecken und Enden.

Ich hatte für das Futter extra zart grau gestreiften Viscosefutterstoff bestellt. Der war aber so glitschig, das er beim auspacken gleich erst mal vom Tisch flutschte. Bei dem dann verwendeten Stoff habe ich mir kräftig eingebildet, dass das einfach Viscose sein muss, die genug Rutsch hat für Futterstoff. Beim Zuschnitt schwante mir dann aber schon, das ich im Irrtum bin. Alles lag wo es hingehörte, Stecknadeln hätte ich fast nicht gebraucht.

Kurzum, das Futter hing sich ne Woche fest, der Wollzuschnitt blockierte den Tisch und ich  beschloss die Jacke einfach fertig zu nähen und dann im Zweifel an den Armen bei Bedarf etwas abzunehmen. Klappt nie, aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

hier sieht man gut, das es einige Passformproblem an der Schulter gibt

Als die Jacke dann fertig war, war es gar nicht mehr so eng am Ärmel, also am Arm. Am Rücken fand ich das ganze aber doch so knapp das ich die Arme nicht gern heben mochte, aus Angst das Futter würde reißen. Witziger Weise ist da gar nicht zu wenig Stoff sondern eher zu viel. Wenn ich die Ärmel so hoch ziehe, das die Ärmelkugel oben am Schulterpunkt anliegt, passt der Ärmel ganz herrlich ist aber am Rücken zu weit. Inzwischen hab ich raus, wie ich sie anziehen muss, damit nichts klemmt. Da kommt mir der unflutschige Futterstoff sehr entgegen, da ruckelt nix mehr, wenn es sitzt.

am unteren Saum ist sie ein bischen beulig, da Futter und Oberstoff nicht wirklich harmonieren.

Fazit zur Jacke:

Ich trag sie seit Januar ständig. Ich fühl mich gut darin und mir ist trotz eisiger Temperaturen warm genug, außer beim Radfahren, denn die Ärmel sind so weit, das der Wind reinpfeift. Kalte Arme mag ich nicht.

Dann ist die Kaputze zu groß, aufsetzen geht gar nicht und sieht total bescheuert aus. Ist im Grunde nicht so schlimm, da ich kein fanatischer Kaputzeträger bin, aber zur Zeit isses frisch hier in Berlin.

na wenigstens das Kaputzenfutter hat ein schönes Muster

Für die Arme gibt’s Stulpen und für die Ohren eine Mütze. Gesamturteil: Sehr gut.

Sehr Stolz bin ich auf die Tascheneingriffe, da hab ich echt gegrübelt.

Stoffe: Wollwalk  von Stoffe.de/ Futter gut abgelagerter Baumwollstoff mit Blumenprint aus dem Bestand

Knöpfe: aus meiner Sammlung

Schnitt: PRAMO 2/1976 Modell: 07/0276

Zeit: 4 Tage (keine Ahnung wie lang genau war arbeitsintensiv)

Änderungen: Gesamtlänge um 30 cm gekürzt/ im Original ungefüttert und mit Futter versehen.

Wiederholungsgefahr: z.Z. keine, ein Mantel reicht fürs erste

Verlinkt bei: MeMadeMittwoch

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu „MMM/03 – Wintermantel nach Pramo

  1. *lach* Das hast Du herrlich geschrieben! Ich kann mir genau vorstellen, wie das Futter vom Tisch geflutscht ist!!! Im Großen und Ganzen finde ich den Mantel sehr schön und Du schaust da sehr gut drin aus….auch wenn Du nicht so glücklich guckst! 😉

    Nähen ist halt auch oft frustrierend!! 🙂

    Liebe Grüße
    Karin aka Lina

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