Anna es passt nicht!

Anna? Ja Anna! Na kennst Du denn die Heilige Anna nicht? Also echt!

Na gut. Schlaumeiern kann in Zeiten den Internets ja inzwischen jeder und so geb ich einfach zu, das ich nur eine schöne Überschrift für meinen Beitrag gesucht habe und über Hier zu Da gelangt bin und nun weiß, das die Heilige Anna, neben vielen anderen, die Schutzpatronin der Schneider und damit auch der Nähnerdinnen (schönes Wort ich weiß) ist.

Wäre ich katholisch wäre sie mit Sicherheit die Heilige, zu der ich in den letzten Jahren eine sehr sehr innige Beziehung aufgebaut hätte. Denn der Weg zum passenden Kleidungsstück war bis heute lang und steinig. Wenn ich nicht im Grunde so ein optimistischer Mensch wäre, gesegnet mit einer knurrigen  Sturheit, hätte ich sicher schon vor sehr langer Zeit aufgegeben, denn es wurde selten gut.

Die Sachen haben nie so recht gepasst, mal zu groß, mal zu klein, zu sackig, zu eng, … Kaufkleidung war keine Alternative. Ich habe mich von Größe zu Größe probiert und wenn ich das Gefühl hatte, jetzt klemmt nichts mehr, dann hat der Blick in den Spiegel gesagt: „Schön ist anders!“

Über allem stand immer die Frage: Warum passt mir nichts richtig und warum sehen die Sachen an mir meistens so Sch… aus.

Um diese Frage zu beantworten habe ich viel herumprobiert und gelesen.

Ich habe mich mit Figurtypen beschäftigt, mit der Gestaltung von Kleidern und natürlich mit Schnittkonstruktion und Schnittanpassung.

Mit Fertigschnitten konnte ich nicht wirklich viel anfangen, ich muss oft so tiefgreifend in den Schnitt eingreifen und so viel ändern, das am Ende nur Murks rausgekommen ist. Für einen Menschen, der mit Nullwissen gestartet ist, eine große Herausforderung. Aber immerhin ich habe viel gelernt. Langsam aber stetig wurde das Wissen größer, das nähtechnische Können ausgebaut, die Erleuchtungen kamen immer öfter und:

Tadaaaa! Es ist mir gelungen. Ich habe  es geschafft, mir einen Hosen- und einen Oberteil-Grundschnitt zu erstellen, der einfach nur passt. Verdammt bin ich glücklich.

Ich hab so viel genäht in den letzten Jahren. Immer mit der Vorfreude auf eine schönes Kleidungsstück in dem ich mich wohl fühlen werde, habe mir überlegt wie ich das schöne Stück in meinem Blog dann präsentieren kann und dann kam der Moment der Wahrheit und der ist mit dem Begriff „Ernüchterung“ nicht annähernd beschrieben. Ich war oft so neidisch, wenn ich auf dem MeMadeMittwoch-Blog gelesen habe und all die anderen in ihren gelungenen Kleidern gesehen habe. Klar die ein oder andere schrieb auch mal vom Misserfolg, aber im großen und ganzen waren die meisten doch fröhlich und hatten neuen Zuwachs im Kleiderschrank.

So jetzt werde ich mich als nächstes mit der Gestaltung von Kleidung auseinandersetzen und dann hoffe ich das ich zukünftig mehr Lust habe über alle meine genähten Sachen zu berichten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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