Archiv für den Monat: November 2017

WKSA 2. Teil – Die Entscheidung

Seit Sonntag ist es mal wieder soweit. Das Linktool für den zweiten Teil des WeihnachtsKleidSewAlong ist wieder geöffnet und seit dem versammeln sich wieder jede Menge Freizeitschneidernde Damen unter dem Motto:

„Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“

Nach dem ich mich beim ersten Teil erst kurz vor Schluss entschieden habe, doch noch mit zu machen, bin ich diesmal tatsächlich etwas früher dran. Ich hatte ja die nicht ganz unbegründete Angst,  das ich bereits beim zweiten Treffen aus Zeitgründen kneifen könnte, aber wie das immer so ist: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Ich habe mir gleich nachdem ich den letzten Beitrag abgeschickt habe,  eine fette Angina eingefangen und darf jetzt im Bett liegen bleiben. Sohatte ich genug Zeit schon mal ausgiebig mein Projekt zu bedenken.

Mein durchaus sportlicher Plan sieht vor, das ich mir für Heilig Abend ein Kleid, für den       1. Weihnachtsfeiertag eine Hose/Blusen-Kombi und für den 2. Weihnachtsfeiertag eine Rock/Pullover-Kombi nähen werde.

Das Kleid

Für das Kleid hatte ich viele Ideen. Witziger Weise trag ich eigentlich keine Kleider, einfach weil man damit so schlecht Rad fahren kann und ich ohne mein Fahrrad hier nicht, bzw. nur sehr schlecht wegkomme. Schick find ich die trotzdem und ich träum schon lange von einem karierten roten Wollkleid. Gerade an Heilig Abend.

Das mit dem rotkarierten Wollstoff hat nicht so ganz geklappt, ist aber schon relativ nah dran. Da ich z.Z. stressbedingt ein bischen zum Stoff-frust-shoppen neige, muss ich aus dem Vorrat nähen, sonst komm ich nicht mehr in mein Nähzimmer. Die Regale sind voll, die Fußbodenfläche klein. Zur Auswahl standen ein grünkarierter und ein schwarz/magenta karierter Wollstoff. Mit dem grünkarierten kann ich mich im Moment noch nicht so recht anfreunden, drum wird’s der andere. Hürde Nr. 2, ich habe nur anderthalb Meter. Da mein Traumschnitt eigentlich feststand, ich aber unsicher war ob das gut geht, hab ich meine vier Varianten kurz skizziert.

Variante 1

Vom Schnitt gefiel mir eigentlich dieses Kleid am besten. Als Vorlage diente mir der Schnitt aus der Pramo 2/72 Abb. 16 (hier rechts im Bild)

Eigentlich wollte ich das Oberteil linken Bild übernehmen und den Rock mit den Falten an der Seite vom rechten Bild. Das sah dann aber ausgesprochen seltsam aus, weswegen ich dann doch das rechte Kleid in die engere Wahl genommen habe. Durch die Teilungsnähte im Vorderteil, wäre das dann allerdings mit den Karos eine ganz usselige Friemelei geworden. Bei anderthalb Meter Stoff, war mir das zu heikel. Die Falten so schön sie auch sind, fressen zuviel Stoff, deswegen viel es raus.

Variante 2

Analog Model linkes Foto, aus der Pramo 1/71 Abb. 34. Eigentlich mein absoluter Favorit, aber mit Karos konnte ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Na vielleicht WKSA 2018, dann in unifarbenem Stoff. Hätt ich jetzt kaufen müssen und nur ein Stück Stoff kaufen  hat bei mir noch nie funktioniert.

Variante 3

Das war eigentlich mal die Grundidee für mein Weihnachtskleid, bevor ich mich durch meine alten Schnittmusterzeichnungen wühlte um ein schönes Beispiel für den letzten Beitrag zu finden. Aber irgendwie ist es mir zu kittelschürzelig/pippilangstrumpfig.

Variante 4 – Dit isset!

Irgendwie fand ich das Kleid nett, aber naja. Schön genug um in die engere Wahl zu kommen, aber eigentlich ein wenig zu unscheinbar. Es war dann aber das einzige das ich mir mit dem Stoff vorstellen konnte und bei dem ich nicht Blut und Wasser schwitzen würde, wenn ich versuche die Schnitteile auf dem Stoff unterzubringen. Das Gute, ich könnte es im Büro/Alltag tragen, falls ich denn mal zu Fuß zur Arbeit gehe. Bei Schnee oder so. Brauch ich nur noch schicke Stiefel.

Die Vorlage entstammt der Pramo 11/71 Modell 2-0075

Pramo 11/71 Modell 2-0075

Den Schnitt erstelle ich mir selbst aus einem bereits auf Herz und Nieren getesteten Grundschnitt. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, das Fertigschnitte selten bis nie passen und für Probemodelle fehlt mir die Zeit. Die mittige Teilungsnaht wird natürlich entfallen, das sieht mit den Karos nicht aus.

Die Hose und die Bluse

Am 1. Weihnachtsfeiertag muss, bzw. darf ich arbeiten. Ich habe seit einem Jahr einen wunderschönen Zweitjob in einem großen Berliner Theaterbetrieb im Bereich Kostüm. Die müssen natürlich auch Weihnachten ran und da ich Weihnachten nicht so wirklich viel abgewinnen kann, fand ich die Idee ganz nett, arbeiten zu gehen. Die Kollegin für die ich einspringe, und die nun zuhause den weihnachtlichen Gänsebraten feiern darf irgendwie auch.

Da ich mich schnell bewegen können muss, kommen nur Hosen in Betracht und da es immer sehr warm ist, wird es obenrum ein leichtes Baumwollblüschen. Da es im Anschluss noch ein gemeinsames Weihnachtskäffchen gibt, sollte es auch ein wenig festlich adrett sein.

Der Schnitt stand im Grunde von Anfang an fest. Ich hatte zwei Hosenschnitte zur Auswahl. Ebenfalls Pramo (Pramo Spezial von 1979). Ich habe beide bereits auf Backpapier übertragen und muss sie nur noch ausschneiden. Es wird das Modell Abb. 34. Die andere Hose ist mir etwas zu weit und hat am Bund an der Vorderseite eine gelegte Falte. Damit bin ich letztens auf die Nase gefallen und da hab ich grad keine Lust zu. Der Blusenschnitt entsteht wieder aus meinem perfekten Grundschnitt.

Das einzige Problem, ich kann mich nicht für den Hosenstoff entscheiden. Der Stoff für die Bluse steht schon ewig fest und brauchte nur noch den nötigen Schubs, damit er unter die Maschine darf, aber bei der Hose bin ich noch unschlüssig. Ich habe vier Varianten und hab mich noch nicht endgültig entschieden.

o.li: ein hellblauer Fischgrät Material unbekannt/ o. re: ein dunkelgrüner Wollstoff                u. li: ein schwarzer Stoff mit feinen Nadelstreifen, Material unbekannt/ u.re: ein sehr glatter Denim

Leider alles sehr schlecht zu sehen. Es bleibt spannend.

Die Rock/ Pullover – Kombi

Hier ist alles glasklar. Der Rock wird ein einfacher A-Linienförmiger Sattelrock. Einen getesteten Schnitt hab ich rumliegen (Model 5a aus „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha; Haupt 2012). Für den Pullover und die Stoffbluse wird wie bisher der geliebte Grundschnitt manipuliert bis es passt.

Die Stoffe stehen auch fest:

Bluse aus einem sehr glatten graublauem Stoff mit Rautenmuster. Den Stoff habe ich von den Gebr. Berger in Berlin. Da der Stoff sehr glatt ist und etwas schimmert, vermute ich das es sich im günstigsten Fall um Viskose handelt.

Der Pullover wird aus grauem Wollwalk, aus 100% Schurwolle. Ich liebe diesen Stoff und hab ein klein wenig ein schlechtes Gewissen, denn alternativ hatte ich vor eine schicke Jacke für meinen Liebsten daraus zu nähen. Schwerer Gewissenskonflikt! Muss ich wohl doch noch mal auf Shopping-Tour. Aber erst mal nähen.

Der Rock, ebenfalls Wolle.

Ich wird mich dann mal an die Schnitte machen, ich habe noch zwei Tage Ruhe bevor es wieder los geht und wenn ich die Schnitte fertig hab, läuft das nähen fast von allein.

Was ich geschafft habe und ob ich überhaupt noch dabei bin, sehen wir ab Sonntag den 10.12.2017 „Wir sind neugierig und uns interessiert euer Zwischenstand“. Bis dahin wünsche ich allen Teilnehmerinnen ausreichend Nähzeit und wenig Stress und natürlich ein fettes Danke an die 3 Organisatorinnen.

 

Liebe Grüße

Rike

 

 

 

 

Wider die Vernunft – WKSA 2017

Jedes Jahr will ich so gern ein schickes Weihnachtskleid nähen und jedes Jahr kommt mir dann blöderweise Weihnachten dazwischen.

Der Jahresendspurt ist jedes Jahr stressig und genaugenommen DER GRUND, warum ich Weihnachten nicht nur fürchte sondern regelrecht hasse. Dieses hetzen von Termin zu Termin, das noch schaffen müssen von irgendwelchem Quatsch, das Bedenken und besorgen der Geschenke … .

In diesem Jahr gibt’s noch mal zwei Schippen oben drauf, denn nun bin ich auch noch so richtig echt berufstätig. Also hatte ich beschlossen, das ich den WKSA auch in diesem Jahr ausfallen lasse. Hab ja eh wirklich gar keine Zeit. Überhaupt nicht! Die Vernunft in mir hat gesagt: „Ist jetzt so und Schluss!“ und ich hab´s eingesehen und es war okay.  Bis…

Ja bis, die Ankündigung des WKSA kam. Da kam plötzlich so ein klitzekleines bischen Trauer in mir auf. Aber ey, es geht nicht. Echt! Da ist kein fitzelchen Zeit zum nähen und zum bloggen gleich gar nicht.

Naja und dann kamen die ersten Beiträge. Lesen, so ein bischen wenigstens, darf man ja trotzdem … dafür war noch Zeit, so kurz vor dem einschlafen. Irgendwie wurde dabei aus dem bischen Trauer eine Mischung aus Trotz und Hoffnung, gepaart mit Wahnsinn. Je nach Tageszeit, war mal die eine Stimme in mir lauter, dann mal die andere.

Vorgestern fand ich mich im Nähzimmer wieder, in alten Schnittmustern wühlend, denn eigentlich wollte ich nur nach einem Foto suchen. So als Beispiel für ein Kleid, das mir eventuell für ein Weihnachtskleid im Kopf herumschwirrte. Am Ende lag eine Liste vor mir mit Schnittideen und Projekten die mich locker bis zum WKSA 2018 beschäftigen.

Die Stimme der Vernunft in mir brüllte: „Wenn Du jetzt schon so anfängst! Du spinnst doch total! Du bist doch  jetzt schon irre, was soll das erst in einem Monat werden?!.“

Okay, okay ich lass das. Menno! Für einen Tag hatte die Vernunft gesiegt.

Heute nun lag ich kurz auf dem Sofa und da viel mir siedend heiß ein, das ich ja drei offizielle Weihnachtstermine habe, zu denen ich echt absolut nichts anzuziehen habe.

Da war die Vernunft erst mal sprachlos und das nutz ich jetzt aus.

Der Plan!

Wie gesagt, drei Termine stehen an:

A) Heilig Abend mit Kirchgang

B) Erster Weihnachtsfeiertag, an dem ich in meinem Zweitjob arbeiten darf und an dem neben der Arbeit noch ein Weihnachtskäffchen im Kreise der Kollegen ansteht.

C) Die familiäre Schlacht um die Gänsekeulen am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Was hab ich mir überlegt?

Für A) träume ich schon lang von einem rotkariertem Wollkleid, so in etwa diesem Stil aber mit Ärmeln:

Pramo 4/70

beim durchblättern der alten Pramos kamen aber auch noch diverse andere Kleider ins Spiel:

Pramo 1/71 Abb. 34
Pramo 12/72 Abb.12 und Abb.13
Pramo 2/72 Abb. 16
Pramo 11/71 Modell 2-0075
Pramo 7/71 Abb. 5

Man sieht: In alten Schnittmusterzeitschriften wühlen ist schön, aber es erleichtert die Entscheidungen nicht wirklich.

Für den Zweiten Termin brauche ich als niemals Rock-/Kleidträger was hosiges, da ich bei allem Weihnachtskaffeeklatsch eigentlich zum arbeiten da bin und mich gut bewegen können sollte.

Da ich Hosen gern und viel nähe, aber ich  noch immer nicht den perfekten Schnitt gefunden habe, probiere ich mal wieder was ganz neues. (Höhö, der Irrsinn lässt grüßen. Die Vernunft in mir sagt grad: „Das geht garantiert schief!“).

Pramo Spezial 1979 Abb.34

oder:

Pramo Spezial 1979 Abb 21

Für den letzten Termin näh ich mir einen schönen Rock und ein nettes Oberteil nach eigenen Schnitten. Dazu aber irgendwann mehr. Und eigentlich brauch ich noch eine schicke Jacke….. .

So jetzt aber ab zum WeihnachtsKleidSewAlong des MeMadeMittwoch. Da findet nämlich schon seit Sonntag das erste Treffen zum Thema „Wir haben so viele Ideen“ statt.

Ja die hab ich und ich. Ein ganz fettes DANKE den Organisatorinnen  Katharina/sewing addicted, Nina/Kleidermanie und Claudia/bunte kleider für die Zeit und die Mühe, die Ihr Drei uns Nähverrückten opfert.

Ach ja und falls die Vernunft in mir wieder erwacht, hab ich auch gleich die beste Ausrede der Welt. Nähabstinenz führt bei mir immer zu Frustabbaubelohnugskäufen von Stoff und wenn ich noch länger nur träume, komm ich demnächst nicht mehr durch die Tür des Nähzimmers und das wolln wa doch nich. Oder? Da baun wa doch lieber den bereits entstandenen Stau etwas ab und wenn se Recht hat, die olle Vanunft, na dann darf se och sagen: „Siehste hab ick Dir doch gleich jesacht.“

Wobei, ich glaub die Vernunft spricht hochdeutsch.

In diesem Sinne eine Frohe Vorweihnachtszeit. Ab Sonntag geht’s mit dem WKSA weiter mit dem zweiten Termin: „Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“.

Den hab ich, aber sowas von.

Rike

 

 

 

 

 

Happy Birthday Lieber Blog!

Dich gibts tatsächlich schon zwei ganze Jahre. Ja ich weiss zwei Jahre und eine sehr überschaubare Anzahl an Beiträgen. Aber das Hobby ist ja eigentlich das nähen… . Doch ich schreib schon gern, aber bis vor einem Jahr hab ich noch richtig viel murks produziert… . Ja ich weiss könnte man auch drüber schreiben, gibt bestimmt jemand der sich dafür interessiert, aber ich bin immer so frustriert wenn ich hoffnungsvoll vor den Spiegel trete und dann feststellen muss: „Ach Du Scheiße das geht ja gar nicht.“ Da mag ich nicht auch noch drüber schreiben. Da will ich lieber vergessen.

im letzten Jahr? Ja da hab ich verdammt viel gearbeitet und war froh das ich überhaupt noch zum nähen gekommen bin. Murks produzier ich natürlich immer noch, aber nicht mehr soviel.

So komm sei nicht grimmig. Zwei wird man nur einmal und wer weiss was noch kommt.

 

ich wollt ich wär ein Huhn…

…. dann hätt ich nichts zu tun…

Kennt ihr das? Die kreativen Ideen rennen im Kreis, dicht gefolgt von den unabänderlichen Pflichten, kämpfen das Wollen und das Müssen, verknäulen sich und werden zum grauenvollen Mossenwüllen. Ich müsste dringend mal putzen, aber eigentlich würde ich gern nähen, am liebsten einen schicken Mantel, brauchen tu ich aber ne Hose. Jetzt hab ich eine Stunde, aber die brauch ich ja schon zum suchen des Schnittmusters mit den Korrekturanmerkungen. Wieso knirscht das unter meinen Schuhen, ich steh doch grad in der Küche? Ach verdammt ich müsste dringend mal staubsaugen, aber wenn ich jetzt den Staubsauger

… Oder doch nur fegen? Geht schneller. Wobei? Das Kehrblech ist verschwunden… Suchen? Ach verdammt ich bin müde, ich glaub ich geh ins Bett.