Archiv für den Monat: Mai 2016

Weihnachten kommt schneller als man denkt …

Bei allerschönstem Schwitzewetter sitz ich nun ich stricke schicke Wintermützen aus Alpaca. Na genau genommen probier ich noch an verschiedenen Designvarianten.

Was mich dazu treibt?

Ich habe einen Traum. In diesem Traum sitze ich täglich acht Stunden in meinem kleinen Nähzimmer, stricke, häkle, nähe schöne Dinge. Ich habe schönste textile Werkstoffe um mich herum, denke mir tolle Projekte aus und setze sie dann um. Am Ende verkaufe ich sie zu einem auskömmlichen Preis. Ich brauch keinen Porsche und auch keine Villa, aber in meinem Traum erwirtschafte ich soviel, das ich nicht mehr darüber nachdenken muss, doch irgendwann noch was „Vernünftiges“ machen zu müssen.

Das aus diesem Traum Realität werden könnte, kann ich mir ganz ehrlich absolut nicht vorstellen. Trotzdem bin ich genug Narr es zu versuchen. Einen ganz klitzekleinen  Testballon (ein paar handgestrickte Mützen wanderten ins Fachgeschäft) habe ich am Anfang des Jahres bereits in die Luft gelassen und TATSÄCHLICH! fanden sich Menschen, die an meinen Mützen gefallen fanden. Nicht das die Mützen so hässlich wären, das man sie nicht kaufen sollte, aber ich war sehr überrascht, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Gegen Billig aus Fernost kommt man doch eigentlich nicht an. Oder doch? Sind Qualität und Liebe bei der Fertigung doch noch Parameter die eine Rolle spielen könnten.

Der Narr in mir hat gewonnen und den Zweifler der Ecke verwiesen und so sitz ich nun und denke mitten im Sommer an Weihnachten, stricke und stricke und stricke…..PhototasticCollage-2016-05-24-09-56-55Zuerst einmal habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt und unendlich große Mengen an Wolle bestellt. Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich genug Wolle um bis Weihnachten zwei Mützen pro Woche stricken zu können. Da ich beim ersten Versuch festgestellt habe, den immer gleichen Mützentyp zu stricken, ist auf Dauer etwas öde, traue ich mir hier und jetzt Musterstricken zu. So richtig viel Erfahrung hab ich auf dem Gebiet noch nicht, da Zöpfe nicht so meins sind, aber bei Mützen find ich das dann doch insgesamt sehr schön.

So jetzt muss ich aber mal was nähen, immer nur stricken macht schläfrig und ich hab doch immer noch nix anzuziehen.

 

Zwei kleine Weiber haben schönste Kleider….

…. oder was wurde eigentlich aus dem April-Projekt. Zur Erinnerung: Wir wollten schön gewandet zur Konfirmation nach Kiel. Die Männer in der Sippe mussten sich selbst behelfen, wir Weiber hatten leere Schränke (wer kennt das nicht?) und so gar nichts anzuziehen.

Mein Projekt muss ich als gescheitert melden. Das Kleid war im Probestück weit vom Wohlfühlkleid entfernt und der Versuch noch fix Bluse und Hose zu nähen, kollabierte mit dem Zeitrahmen. Ich brauch zu lang um aus einem fertigen Schnitt einen passenden und dann noch mir stehenden Schnitt zu zaubern. Da ich für mich noch nicht lang nähe, mangelt es noch an einer Handvoll Standartschnitten, aus denen bei Bedarf spontan was schönes gezaubert wird. Die Hose hab ich noch immer nicht angefangen und die Bluse lag halb fertig auf dem Nähtisch, als wir ins Auto stiegen um ans Meer zu fahren.

Anders erging es den Tochterkindern:

PhototasticCollage-2016-05-06-18-31-57Bisweilen weiche ich bei meinen Suchen, nach schönen alten Nähzeitschriften, etwas vom Wege ab und erstehe schöne alte Schnittmusterhefte für Kinder.

Bisher habe ich mich nicht so recht an die Schnitte herangetraut, da die Größenangaben oft etwas vage sind und die Schnitte auf den ersten Blick ganz schön aufwendig wirken. Um so erstaunter war ich, wie simpel sich die Schnitte am Ende gestalteten und wie flott sie genäht waren.

Beide Kleider sind aus dem oben abgebildeten Kinderheft: „Mode und Schnitt“ von 1960, aus dem Lisa Lacher Verlag, Appolda.

PhototasticCollage-2016-05-06-18-45-54Für mein großes Kind entschied ich mich für das Model 958.  Wie man unschwer erkennen kann gab es eine deutliche Verlängerung (ich glaub ca. 20 cm), da mir knielang für Anfang Mai dann doch ein bischen kühl war. Der Baumwollstoff, im Bild leider nicht gut zu sehen, ist fein blau/weiß gestreift (an der Passe und am unterne Rand des Rockes quer, sonst längs gestreift). Ich wäre  im Design gern näher am Original geblieben, aber da meine Stoffkisten überquellen, musste ich aus den Beständen schöpfen.

Der Schnitt ist unglaublich einfach. Der Rockteil wird, eingehalten und an die Passen angenäht, die Raffung in der Taille erhält man durch den Gürtel. Da es wie bei alten Schnitten üblich nur minimalst Informationen gab, habe ich mich für eine geschleifte Gürtelbindung entschieden, die beim großen Kind gut ankam.

PhototasticCollage-2016-05-06-18-43-03Für das kleine Tochterkind gabs ein Kleid aus dem lang ersehnten Robbenstoff , kombiniert mit bereits beschriebenem Streifenstoff in Blau/Weiß.

Der Schnitt war etwas komplizierter aber ebenfalls ratzfatz genäht.  Oberteil und Rock aus zwei separaten Teilen, das Oberteil am Rücken geknöpft. Der Gürtel sieht schick aus, wurde vom Kind aber als unangenehm empfunden. Schade!

Alles in allem bin ich nicht unzufrieden. Das die Kleiderei bei mir etwas komplizierter ist, ist mir nicht neu und depremiert mich nur am Rande. Die absolut positiven Errfahrungen mit den alten Schnittmustern für die Mädels dagegen machen Lust auf mehr. Gott sei Dank kommt der Sommer und ich hab noch ein paar schöne Stöffchen in den Kisten.

Für den Mai bin ich noch etwas ungeplant. Zum einen brauchen alle Kinder neue Hosen und dann sind da noch ein paar Wände an die dringend Farbe müsste … .  Viel zum nähen werd ich nicht kommen, drum gibts im Mai keinen Plan. Falls es die Zeit erlaubt, werd ich noch ein bischen am Problem mit den fehlenden Standardschnitten arbeiten.

Euch einen schönen Mai

wünscht Rike