Archiv für den Monat: April 2016

Berg und Tal

Wie es immer so ist im Leben, auf Sonnenschein folgt Regen.

Nachdem ich in der letzten Woche todesmutig mein neues Projekt angekündigt habe, „Schicke Kleider für die Weiber“, lief es noch ein paar Tage prächtig, bis ich dann das genähte Probestück überzog und mich in dem selben kritisch im Spiegel beäugte.

Verdammt! Dabei hatte es so gut angefangen. Schnitt übertragen, Korrekturen eingearbeitet, tatsächlich noch passenden und vor allem ausreichend Stoff in den Kisten erspäht, fröhlich das Probemodel genäht und dann seh ich einfach nur furchtbar aus (natürlich gibts davon KEIN Foto).

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Was war da schiefgelaufen? Ich hatte ja schon ein bischen angedeutet, dass das was mir gefällt nicht immer auch gut aussehen muss. Ich hatte das Originalmodel am Rockteil geändert. Faltenröcke sind in der vorgegebenen Form überhaupt nicht meins, dafür finde ich Kellerfalten durchaus schön. Blöderweise hatte ich die Kellerfalten noch ca. 15 cm unter dem Rockbund zusammengenäht, was die gerade Form verstärkte und den Oberkörper optisch stark verlängerte. Ich sah aus wie ein Dackel, kurze Beine und laaanger Oberkörper. Der Fehler ist mir auch sofort aufgegangen und ich habs geändert, aber der Frust saß dann doch zu tief und ich hatte keine Lust auf den nächsten Dämpfer und hab es gar nicht noch mal anprobiert. Eigentlich wollte ich es frustriert in die Ecke schmeißen und stillschweigend begraben, aber wenn ich hier nur über gelungene Projekte schreiben  will, hab ich am Ende nicht viel zu sagen.

Nachdem ich mich jetzt zwei Tage lang mit der Gestaltung von Kleidung und dem Ordnen meiner Anleitungshefte bespasst habe, habe ich neuen Mut gefasst und präsentiere hiermit mein am Ende doch nicht so ganz missglücktes Projekt:

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Der Schnitt ist aus einer alten PRAMO von 1979, Model Nr. 10. Angaben zur zu verwendenden Stoffart waren nicht vorhanden. Da ich das eigentliche Kleid zu einem festlichen Anlass tragen wollte, habe ich mich für Leinen entschieden. Für das Probemodel fand sich dann noch ausreichend Leinenstoff in grün und grün, aus der Phase als ich dachte, mir könnte das stehen. Inzwischen denke ich das man das Kleid auch gut aus einem Jerseystoff nähen könnte. Sicherheitshalber hatte ich am Rücken einen Reißverschluss eingenäht, habe dann aber beim anziehen festgestellt, geht auch so. Den trenn ich noch mal raus (hier zum Glück nur geheftet).

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Jetzt, nachdem die Falten ab dem Bund offen fallen sieht es gar nicht mehr so furchtbar aus und ich denke das ich das Kleid trotz des grünen Stoffes im sommerlichen Alltag tragen werde. Wirklich stehen tut er mir nicht. Zur Konfirmationsfeier werd ich aber noch mal umdisponieren. Ich denk um ein Kleid zu tragen brauch ich noch etwas Zeit und werd mir wohl eher was schickes mit Hose nähen.

Vielleicht wandert der Schnitt zu den Akten, vielleicht auch nicht, ich brauche noch Zeit zum nachdenken und verdauen.

In der Quintessenz  habe ich wieder viel gelernt. Vor allem, das die alten PRAMO-Schnitte viel Geduld benötigen und in Hinsicht auf den leeren Schrank, vorerst nicht die erste Wahl sein sollten. Aber wer weiß, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, der Schrank ist schon seit Jahren verweist, da hält er ein paar Lehrjahre auch noch aus.

Und weil heut Donnerstag ist, nach dickem Regen hier ein bischen Sonnenschein ins Fenster strahlt, und ich tatsächlich mal was zu verlinken hab, gehts gleich ab zu RUMS und was da noch so schönes zu sehen ist, seht Ihr hier

Seid lieb gegrüßt

Rike