Archiv für den Monat: Januar 2016

#brotundbutter – 2. Treffen: Der Plan

Planen gehört zu meinen allerliebsten Lieblingsbeschäftigungen.  Man kommt nicht übermäßig ins schwitzen und baut die allerschönsten Wolkenschlösser. Das macht derartig Spass, das ich den nächsten Schritt bisweilen verträume. Beim Brot und Butter nähen ist es fast ähnlich. Ich habe Schnittmuster gewälzt, herausgesucht, verworfen, mich verliebt und dann festgestellt, das es hier und da zu viele Unwägbarkeiten gibt. Die meisten Schnitte sind noch nie versucht, bzw. gerade erst in meinen Besitz gewandert. Ob das so passt, nicht das ich hier nachher die schönsten Kleider nur am Bügel präsentieren kann, weil ich einfach nicht hineinpasse.  Am Ende stolperte ich noch über andere Schnittmuster die ich völlig vergessen hatte und fand auch da noch meist zum Thema Passendes und dann kam auch noch der AnnaElsaCinderellaKleidNähMaraton für meine Hoheiten dazwischen (ich kann keinen Tüll mehr sehen!)

Um es kurz zu machen zum Thema genäht habe ich noch nichts, noch nicht einmal Stoff  besorgt. Auweia!

Trotzdem hier meine Gedanken zum Plan:

Nähen wollte ich: 2 Langarmshirts, 1 Baumwollhemd, 1 Kniebundhose, 1 Strickjacke/Weste , eine Jacke für den Übergang und eine Kochschürze

  1. Langarmshirts

Nach langem hin und her, habe ich mich entschieden den Schnitt aus der Burda 9/2015 zu verwenden. Der Schnitt ist mir zwar eigentlich eine Nummer zu groß, aber da ich den  schon einmal ausprobiert habe, sind die Änderungen überschaubar und das Frustpotential gering. Da mein Kleiderschrank am lautensten nach vielen einfachen Oberteilen schreit, werde ich einfachen Baumwolljersey wählen ohne jeden Schnick und Schnack. Über die Farbe denke ich im Laden nach. Wahrscheinlich irgendwas in hellen blau und grautönen. Aber wer weis… vielleicht entscheide ich mich auch farblich noch anders. Weil es so schön simpel ist werde ich dann auch beide aus dem gleichen Schnitt nähen.

Burda 9/2015 Modell132A
Burda 9/2015 Modell132A

2. Baumwollhemd

Ganz neu in meiner Sammlung, nie probiert und dann auch noch in der falschen Größe. Trotzdem, ich find das so schön, das ich mich der Herausforderung stelle. Es ist das rechte auf dem Bild. Wenn ich den Schnitt da habe, wo ich hin möchte, werden sicher viele viele Lieblingsstücke entstehen.

Pramo 1/79, Model 7
Pramo 1/79, Model 7

3. Kniebundhose

Die Kniebundhose habe ich vorerst auf die Bonusliste gesetzt. Ich habe eigentlich genug Hosen. Ja keine Kniebundhose und die find ich soooooooo schööööön und ich habe auch genau mein Traummodel in einer alten Pramo entdeckt, aber ich muss den Schnitt um 2 Nummern vergrößern, wahrscheinlich komplett neu entwickeln. Das wird ein Mammutprojekt. Deswegen, sie wird kommen, aber nicht in diesem Projekt. Ich sammle noch ein bischen Erfahrung und dann gehts los. Vorenthalten will ich Euch die Hose aber nicht, auch wenn sie das Printstadium vorerst nicht verlassen wird.

9_85_12
Pramo 9/85 Model 12

4. Kleine Strickjacke/Weste

Hier bin ich noch unentschlossen. Ich habe jede Menge nette Modelle gefunden, aber ich hab noch nicht alles durchforstet. Stricktechnisch habe ich auch noch jede Menge Ufos rumliegen, die dringend fertig gestellt werden müssen.

Vielleicht wird es ja die:

Pramo 10/76, Model 18
Pramo 10/76, Model 18

Scheint schnell gestrickt. Aber ich denke noch und plane….

5. Jacke

Jacken sind mein gefährlichstes Thema, denn ich liebe Jacken, ich könnte tausend haben und hätte immer noch Mangelerscheinungen. So war es dann auch bei der Auswahl. Schwierig, schwierig schwierig. Trotzdem habe ich es geschafft mich für ein Lieblingsmodel zu entscheiden, es wurde wieder ein Model aus der Pramo:

Pramo 9/82, Model 8 (das linke, von vorn)
Pramo 9/82, Model 8 (das linke, von vorn)
Pramo 9/82, Model 8
Pramo 9/82, Model 8 (von hinten)

Einen genauen Plan zu Stoffen und Co hab ich auch hier noch nicht. Vielleicht ändere ich auch noch mal, da war doch das Model in der ….

6. Die Kochschürze

Ich schwanke zwischen Klassisch normal und verschnickert altmodisch. Den Schnitt entwickele ich dann eventuell selbst.

Zusammenfassend stelle ich gerade fest, das ich die heutige Aufgabe: „Der Plan“ trotz aller Widrigkeiten weitestgehend erfüllt habe. Es bleibt also spannend und ich freu mich auf den nächsten Schritt. Bis dahin…

Rike

was die anderen so treiben seht ihr hier

#PROJEKTBROTUNDBUTTER – Das hat mir ja gerade noch gefehlt

Gestern bin ich auf den Sew Along von Siebenhundertsachen gestossen. Thema des Sew Along ist es den Kleiderschrank mit alltagstauglichen Übergangskleidungsstückchen aufzufüllen. Na wenn das nicht mal die beste Idee zum richtigen Zeitpunkt ist.

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Da ausdrücklich jede(r) mitmachen darf, trau ich mich jetzt mal.

Der erste Termin (Autsch ich bin zu spät!) soll dazu dienen sich einen Plan und ein Konzept zu überlegen.

Aha! Das trifft sich insofern gut, als das mir die gefühlt 1000 Mäntel erspart bleiben, die ich wahrscheinlich nähen würde, wenn ich einfach nach Lust und Laune in meinen Schnittmustersammlungen Inspiration suche.

Also los:

Wenn ich in meinen Kleiderschrank blicke, sehe ich nur Chaos. Das meiste (wahrscheinlich um die 70%) ist inzwischen zu klein und dient nur als Füllstoff, damit der Schrank kein Echo wirft, wenn ich hineinblicke, noch mal 15% gehört eigentlich in die Reparaturkiste, und da die schon voll ist, verstopft es ebenfalls den Schrank. Der Rest ist alltagstauglich aber etwas ungeliebt, praktisch aber nicht wirklich schön.

Was brauche ich?

Mein Leben besteht zu 100% aus Alltag. Haushalt, Kinder, Arbeitszimmer. Da der Transport der Kinder meist mit dem Rad erfolgt, fallen Röcke und Kleider schon mal raus. Die Stoffe für Hosen sollten leichten Regen vertragen und nicht allzu schmutzanfällig sein.  Gleiches gilt für die Oberteile. Da ich furchtbar fröstelig bin, wenn ich lange sitze, mir aber in Bewegung schnell zu warm wird, brauche ich leichte basics, die ich mit wärmeren Oberteilen schnell kombinieren kann.

Noch ein wichtiger Punkt sind die Farben. Da ich morgens die erste bin und meine Familie ungern mit Flutlicht traktiere, greife ich meist im dunklen in meinem Kleiderschrank. Ergo alles muss blind miteinander kombinierbar sein.

Was trage ich bis es auseinanderfällt?

Hosen und langärmelige T-Shirts.

Was vermisse ich?

Ein bischen schick wäre schön. Seit 10 Jahren trage ich praktischerweise nur noch Sachen, die Milchrülpser, Tritte mit Modderschuhen oder abgewischte Schoko- und Schnotterschnuten abkönnen, sowie postschwangerschaftsbedingte Figurprobleme verdecken. Möglichst alles in grau oder dunkelblau. Man könnte es auch allgemein unter dem Begriff  „Grauer Sack mit Hose“ zusammenfassen.

Was ich also vermisse sind Sachen, in denen ich mich wohler fühle. Weniger Maus, mehr Frau.

Was fehlt mir?

Definitiv mehr Oberteile! 4 tragbare T-Shirts sind klar zu wenig. Etwas kleinere Strickjacken, für die sitzenden Tätigkeiten, wären auch gut. Eine Jacke für den Übergang. Hosen hab ich im Grunde gerade genug, aber ….

Das führt mich auch gleich zur letzten Frage:

Was kann ich realistisch in drei Monaten schaffen?

Das ist die kniffeligste Frage. Eigentlich könnte ich grade einen eigenen Sew Along zum Thema „Anna und Elsa Kleid“ ausrufen. Bald ist Fasching  und meine beiden königlichen Hoheiten haben bereits Bestellungen aufgegeben. Zusätzlich sind die Kleiderschränke der Kinder ebenfalls aufzufüllen und meine beiden neuen Neffen würd ich auch gern noch zum geglückten Neustart ins Leben ein bischen was nähen.

Deswegen gehts hier jetzt mal nach Priorität:

  • zwei langärmelige Shirts,
  • ein Baumwollhemd,
  • eine Kniebundhose,
  • eine leichte Strickjacke/Weste
  • eine Jacke für den Übergang
  • eine Kochschürze, damit ich mir die neuen Sachen nicht gleich wieder am Herd ruiniere

Da ich in der letzten Woche eine große Aufräumaktion in meinen Schnittmustern durchgeführt habe, habe ich bereits ungefähre Vorstellungen was ich nähen möchte. Ob die Größen stimmen ??? mal sehen. Stoffe und Wolle werde ich noch sichten, aber ich fürchte, um den Stoffkaufrausch komme ich nicht herum.

Bei einigen der geplanten Sachen, wirds spannend werden. Vor Baumwollhemden mit vielen Knopflöchern, die auch noch gut sichtbar sind, hab ich mich bisher gedrückt, da meine alte Maschine da nur Murks produziert hat. Was zu einem weiteren Punkt führt, meine Maschine ist niegelnagelneu. Welche Stoffe sie mag oder auch nicht wird herauszufinden sein. Ich denke ich werde dann bald eingenäht sein und kann mich im Anschluss an der großen Nähmaschinenbewertungsaktion von marjakatz beteiligen.

Genug geschrieben. Es beginnt das große Schnittmustergewühle…

Bis dahin alles Liebe von Rike

 

Sammeln mit Suchtpotential

Das ich am liebsten den ganzen Tag (und wenn das ginge auch noch in der Nacht) mich dem Erstellen von schönen Klamöttchen widmen würde, hatte ich vermutlich bereits erwähnt. Das fiese an diesem Hobby ist aber, das man sich bisweilen versehentlich ein weiteres Hobby erschließt. Knöpfe sammeln zum Beispiel …. oder Schnitt- und Strickmuster.

Angefangen hat das mal ganz harmlos mit einem schönen Buch, das ich im schönsten Buchkaufhaus der Stadt erstanden hatte.

„Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha

Reingeschaut und es war als würde mir eine kleine (fiese) Fee mit ihren Zauberstab auf den Kopf hauen und zack war die Sucht da. Ich wollte mehr und mehr. Leider war das mit den japanischen Schnitten insgesamt eine Sackgasse. Was sonst noch zu bekommen war, war mir am Ende zu verspielt und da ich eher das Gegenteil von einer zarten Japanerin bin, war der Weg vom Schnitt zum tragbaren Kleidungsstück ein langer dornenreicher….

Ich hab mich dann ein bischen an Burda versucht, aber die fand ich irgendwie noch nie so richtig … Ottobre Design, macht tragbares, aber hmmm… das war es auch noch nicht.

Das mit den Knöpfen habe ich im Griff. Das mit den Schnittmustern ist mir kürzlich entglitten. Schuld war ein Beitrag der Bloggerin Zuzsa, von Zuzsastyle. Sie stellte in einem ihrer Beiträge eine Seite aus den Modischen Maschen (Herbst 1980) online (Beitrag vom 16. Oktober 2015). Ich wusste sofort: DIE MUSS ICH HABEN!

Was soll ich sagen, der Oktober war zur Hälfte um, der blöde graue November stand vor der Tür und was macht man, wenn alles doof und grau ist? Genau frau sorgt für Freude im Leben und verfällt in einen anständigen Kaufrausch.

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Was hab ich mir nur gedacht?

Und so kam in den letzten Monaten Paketchen für Paketchen mit schönen alten Zeitungen ins Haus, das letzte Vorgestern und jetzt habe ich mir erst mal eine Pause verordnet und widme mich jetzt Phase 2, dem ausgiebigen stöbern, um dann in der finalen Phase 3 meinen Kleiderschrank aufzufüllen.

In der Hauptsache habe ich jetzt unglaublich viele Zeitschriften der Pramo, einer Schnittmusterzeitschrift aus der DDR, den Modischen Maschen (ebenfalls DDR) und einigen Strick- und Nähzeitungen aus den 50´er Jahren.

In den letzten beiden Tagen hab ich mich durch die Pramo Berge gewühlt und quasi im Schnelldurchlauf einen Teil der Modegeschichte der DDR aufgearbeitet. Die Pramo ist im Verlag für die Frau ab Januar 1948 monatlich erschienen. 1993 wurde sie eingestellt.

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1962/1965/1967
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1970/1975/1979
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1980/1985/1989

Meine älteste Ausgabe ist von 1962, die letzte vom September 1993. Die letzte Kiste war ein Blindkauf und enthielt im wesentlichen Ausgaben aus den 80´ern und folgende Jahrzehnte. Erst war ich etwas frustriert, das war (so dachte ich zumindest) heftig am Ziel vorbei, aber jetzt bin ich gar nicht mehr so unglücklich.  Gut ab 1985 habe ich fast nichts mehr gefunden und fand die Modelle eher gruselig (Die Farben, man was sahen wir schrill aus) aber insgesamt war die Zeitreise spannend. Allein die Entwicklung der Zeitschrift und am Ende der Niedergang. Die Qualität der Modefotografie, Wahnsinn! Das wurde einem ab den 1990er Jahren dann besonders bewusst, als die Qualität auf westdeutschen Standard umgestellt wurde und leider sehr nachließ (vielleicht lag es auch am Zeitgeist, ich will mich da nicht festlegen).

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1990/1993

Ich hab noch keine Vorstellung wie ich von Phase zwei auf drei komme, ob ich meinen Kleiderschrank inspizieren werde und dann nach Notwendigkeit nähe (wäre Sinnvoll), oder sehr viel wahrscheinlicher einfach loslege und nähe was mir grad gefällt. Wahrscheinlich stolpere ich dann gleich in die nächste Sucht und besitze demnächst 1000 schicke Mäntel… . Vielleicht wird es aber auch eine Mischung aus beidem.

Bis dahin.