Archiv der Kategorie: Min vackra trädgård

Vom großen aufräumen – Volume 1

In Gartenzeitungen liest man ja gern von der entspannten Gartenarbeit und wie gut es einem dabei geht. Ganz nah an der Natur und rundherum glückseelig .

Naja! Entspannung fühle ich grad nicht. Klar ich habe außerordentlich viel geschafft, aber dafür habe ich jetzt einen anständigen Ganzkörpermuskelkater und meine Arme sind unterhalb der Ellenbogen total zerkratzt. Ich sehe aus als hätte ich im Brombeerbusch Tango getanzt, dabei habe ich gar keine Brombeeren.

Aber Hopfen. Diese bösartig wuchernde Pflanze treibt auf dem ganzen Grundstück ihr Unwesen und wenn man nicht ständig einhalt gebietet, nimmt sie sich hemmungslos jeden Raum der sich bietet. Im letzten Blogbeitrag hatte ich ja bereits angedeutet, das ich irgendwann einfach die Lust verloren hatte, mich diesem Kampf zu stellen und nur noch in Sichtweite „gerupft“ habe.

Letztens war ein liebe Freundin zu besuch, die botanisch sehr bewandert und gärtnerisch äußerst aktiv ist, und mich irritiert fragte, was ich denn da für einen seltsamen Baum im Garten hätte. Tja was soll ich sagen. Das war mal ein Fliederbusch, der inzwischen so umrankt war, das man den Ursprung wirklich nicht mehr erkennen konnte.

Deswegen meine erste Aufgabe: Befrei den Flieder!

Ich habe in den letzten zwei Tagen an den Lianen gerissen und den ganzen Kladderadatsch aus dem Baum geholt. Da der Hopfen gerade blühte, war um mich rum eine riesige Wolke aus Blütenstaub, oder waren das Samen? und ich fürchte meine Nachbarn zittertern vor Angst, der Hopfenschwärme die jetzt folgen werden. Nach der oberirdischen Rasur, folgte gestern dann das Wurzelziehen, was man sich tatsächlich so vorstellen muss, das man einen Wurzelstrang zu fassen bekommt und dann an diesem ziehend einmal über das ganze Grundstück rennt und kilometerlange, ziemlich kräftige „Seile“ zutage befördert, die wiederum querliegende Wurzelstränge anderer Hopfenpflanzen zutage fördern, mit denen man dann wiedrum neue Stränge aus der Erde zerrt. Am Ende sieht alles aus als hätte man fleissig umgegraben und das ohne auch nur einmal den Spaten in die Hand genommen zu haben. Dufte!

l. Flieder ohne Hopfenkrone r.o. vor der Arbeit, r.u. ein mal Hopfen gehäuft
l. Flieder ohne Hopfenkrone
r.o. vor der Arbeit, r.u. ein mal Hopfen gehäuft

Mir tun nun die Hände weh und auch ganz ordentlich das Herz. Der Hopfen hat dem Flieder ganz schön Substanz geraubt ich musste ziemlich viel totes Holz rausholen und heftig zurückschneiden. Aus einem einmal stolzen Baum ist ein recht trauriges Gerippe geworden, der nur noch an den Astspitzen, vereinzelt Blättchen treibt. Der rührende Versuch der Pflanze doch noch etwas Licht zu erhaschen. Mal sehen wie lange er braucht um sich zu erholen. So recht weis ich auch noch nicht was ich jetzt mit der kahlen Ecke anfange. Die „Wurzel des Bösen“ liegt natürlich genau an einer Stelle, an der ich nicht mal eben hemmungslos gaben kann, da ich dann ein nicht unbeträchtliches Stück Zaun und Nachbargarten, gleich miterlege. Das heisst er kommt wieder und ich werde noch lange Platz brauchen um erneutes austreiben, bekämpfen zu können. Naja der genaue Gartenplan wird ja erst geschmiedet, wenn der Garten von der ungewünschten Wildnis befreit ist. Manches Stück Wildnis würde ich auch gern erhalten und weiter ausbauen, die Lurche und Käfer und Raupen und Schmetterlinge…. Eine für mich nicht ganz einfache Aufgabe, da ich sehr dazu neige, wenn schon denn schon und am Ende radikale Ödnis bleibt. Vielleicht wird das zweite Projekt, nach dem Flieder eine Totholzecke als Insektenherberge.

Rike