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Fasching in Berlin

Fasching ist so gar nicht meins. Verkleiden! Buäh! Mochte ich schon als Kind nicht so richtig.

Was dagegen aber richtig fetzt und saumäßig Spaß bringt ist der Fasching meiner Kinder. Die ersten Kostümideen kommen meist schon im November, werden im Januar konkreter und eine Woche vor dem Termin noch mal umgeworfen. Das ist dann der Moment, in dem ich hecktisch die Stoffvorräte durchwühle, Stoffbestellungen aufgebe und die Nähmaschine zum qualmen bringe.

In diesem Jahr hatte ich eigentlich geplant aus dem Fundus zu schöpfen, da sich beruflich einiges ergeben und ich wenig Lust auf den Faschingsstress hatte.

Irgendwie ist der Plan dann aber gründlich schief gegangen. Mein Sohn wollte gern als Harry Potter gehen und auf keinen Fall den Hexenhut seiner Schwestern wieder verwerten und da wir auch keinen passenden Mantel hatten, musste der auch noch schnell genäht werden. Das große Tochterkind, wollte als Gespenst, ganz klassisch im Bettlaken…. Na gut, geht ja schnell. Und dann kam das kleine Tochterkind  auf die Idee, das Batman der Knaller wäre. Beim großen gelben M, gabs zur Juniortüte die Maske und den Rest aus der kleinen Schneiderwerkstatt.

Es hat Spaß gemacht. Eigentlich bin ich ja nicht so der Jersey-Näher. Mit meiner ersten Maschine, einem Montagsmodel aus dem Hause Singer, sah das Ergebnis einfach nur furchtbar aus und so blieb das mulmige Gefühl, wenn Jersey ins Spiel kommt. Eigentlich Grundlos, aber eben noch nicht überwunden.

Batman in Webstoffen ging dann aber wirklich nicht und so bestellte ich mit leicht flauem Gefühl im Magen, dunklen Baumwolljersey und da Batman, ja zu den Supertypen gehört auch Folienjersey, damit es glänzt. (Folienjersey finde ich ja noch respekteinflößender als Bauwolljersey, aber was muss, das muss.)

Heute kam die Mail, das mein Stoffpaket an den Versender übergeben wurde. Aha! Lieferzeit von 3 – 6 Werktagen bedeutet für mich ja eigentlich, das es spätestens am sechsten Tag da ist und nicht, das es am achten versendet wird. Gott sei Dank schwante mir bereits am Freitag, dass da was schiefgeht und so spurtete ich flott mit dem Auto zu „Berlins Welt der Stoffe“, um dann etwas irritiert vor der verschwundenen Halle zu stehen. Ein Blick ins Internet und die Erleuchtung: „Sind umgezogen“. Also weiter ins Stammhaus zu HüCo an der Jungfernheide und da gab´s dann alle Dinge die ich benötigte, sofort und zum anfassen. Wieso bestell ich Doofnase eigentlich im Internet?

Samstag gab´s dann Accordnähen von 12 bis 24 Uhr und heute TaDa! ein stolzes Kind in der Kita.

Wie hab ich´s gemacht?

Das Kostüm besteht aus 5 Einzelteilen.

T-Shirt, nach einem Schnitt aus der Ottobre 6/2016. Da das Model 11. Crazy Frog & Black Cat eher weit geschnitten ist, habe ich es zwei Nummern kleiner zugeschnitten und nur die Länge in der richtigen Größe beibehalten. Batman Logo ist natürlich selbstgebastelt. Dafür habe ich mir einfach ein Bild aus dem WWW gemopst, die Umrisse auf „Bügelpapier für Applikationen“ (heisst das so?) übertragen und dann die Stoffe aufeinander geklebt. Da ich vermute das man Folienjersey eher nicht bügeln sollte, habe ich das ganze beim Bügeln in Baumollstoffe eingehüllt. An den Ärmeln hab ich dann noch die Armstulpen angenäht (auf den Baumwolljersey drauf und fertig).

Die Hose ist ebenfalls Ottobre, diesmal aus der 1/2016, die Slimleg Leggins. Ebenfalls mit den typischen Beinstulpen in blauem Folienjersey.

Batmans Überhose ist nach einem Schnitt aus der Ottobre 6/2015, die Unterhose Ms Girly, Nr. 16B. An die Unterhose habe ich einen ca. 7 cm hohen Bund aus schwarzem Baumwolljersey angesetzt und als Gürtelschlaufen die Taschenattrappen angenäht.

Der Gürtel ist ebenfalls aus Folienjersey, aber eine andere Qualität, als der blaue Jersey. Auf der Rolle im Geschäft stand groß „NUR DEKO“ drauf und mangels Alternativen und unschlagbar günstigem Preis (4 €/m) war ich mutig und nahm ihn mit. Nachdem meine Tochter mit einem Rest gespielt hatte, wusste ich warum man den besser nicht dehnt. Um das Einreißen der Folie zu vermeiden, hab ich ihn einfach mit Vliesline unterfüttert

Der Mantel ist frei entworfen. Außen wieder der blaue Folienjersey, innen schwarze Baumwolle. Vorn mit Klett geschlossen. Damit es am Hals nicht so zerrt, gab´s heute morgen noch selbstklebenden Klett ans T-Shirt.

Abschließend stelle ich fest, das ich meine Jersey-Phobie dringend überdenken sollte. So schlimm ist es nicht. Selbst der Folienjersey hat echt Spaß gemacht, schon weil er so schön funkelt. Gott sei Dank muss ich das Kostüm noch mindestens ein mal nähen, da mein Sohn doch heftig neidisch war und sich sicher wie Bolle freut, wenn er auch noch ein Exemplar bekommt. Als Konfrontationstherapie sozusagen. Naja und die fehlenden Shirts in meinem Schrank therapieren dann den Rest.

Und weil heut Dienstag ist geht das ganze jetzt noch zu DienstagsDinge und zum Creadienstag, zwei wöchentlichen Schaufenstern der Creativen Bloggemeinde.

 

Herbstpläne 2016

„Lesen gefährdet die Dummheit!“ Diese Warnung wird mir immer auf dem Kassenbon meiner Lieblingsbuchhandlung mit auf den Weg geggeben. Inzwischen kann ich dem ein weiters Warnsprüchlein hinzufügen:

„Bloglesen gefährdet die Faulheit!“

Frau Siebenhundertsachen, deren Blog ich im Rahmen des „Brot und Butter – Sewalongs“ kennen und schätzen gelernt habe, stiftet zum Herbst Plan-Along 2016 an.

Mein erster Gedanke war: „Gott sei Dank, dazu fällt mir ja gar nichts ein und ich hab ja auch gar keine Zeit.“ Kaum war das elektronische Ding aus, krochen auch schon die ein oder anderen Ideen aus den grauen Zellen und forderten Umsetzung. Verdammt! Um dem bunten Treiben im Kopf Einhalt zu gebieten, geb ich jetzt nach und beteilige mich umgehend.

Also! Was steht an? Erlaubt ist jede Form des handwerklich-kreativen Ausdrucks, der sich in den nächsten 2 bis 3 Monaten umsetzen lässt. Oha!

Bei mir stehen zu einem guten Teil „Muss-Projekte“ und zu einem etwas kleineren „Könnte und Sollte-Projekte“ an.

Zu den Muss-Projekten gehört im Moment ausschliesslich diverses Nähtrallala und ein wenig Gestrick.

Projekt Nr. 1

Alle Kinder sind, unverschämterweise in den Ferien gewachsen und brauchen dringend neue Kleidung. Deswegen:

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Hosen! Je Kind mind. 3 Stück, für das kleine Sandkastenspielende eher 5 und jede Menge Socken.

Projekt Nr. 2

In meinem Kleiderschrank herscht immer noch gähnende Leere, deswegen für mich:

2 etwas wärmere Hosen

2 – 4 langärmelige Shirts

2 Pullover/ Strickjacken (gestrickt)

3 paar warme Socken (gestrickt)

Projekt Nr. 3

Der Gatte wünscht Stuhkissen. Ich habs versprochen, da muss ich wohl durch. Mindestens 5 Stück.

Projekt Nr. 4

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Große Fensteröffnungen laden Vögel gern zum durchfliegen ein. Pech für den Vogel, wenn das Fenster dann gar nicht offen stand. Deswegen haben wir im letzten Herbst die Scheiben mit bunten gebastelten Laubblättern beklebt, die inzwischen etwas unschön ausschauen. Die werden wir jetzt mal erneuern. Vielleicht ein Vorhang aus aufgefädelten Kastanien? Ein klassisches „Könnte und Sollte-Projekt“.

Projekt Nr. 5

Am 21. Dezember beginnt rein kalendarisch der Winter und da 3 Tage später schon Weihnachten ist, wäre es schlau mit dem basteln der Weihnachtsgeschenke im Herbst zu beginnen. Projekt Nr. 5 wird daher in den nächsten Monaten je nach Ideenlage und Wunschäußerung der Liebenmein, ergänzt und erweitert.

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Bereits mit Heulkrampf angefordert wurde ein „Anna und Elsa Puppenset“ in Barbiegröße. Da ich es nicht über mich bringe, für hässlichen chinesischen Billigplunder Geld auszugeben und vom all anwesenden „Anna und Elsa -Merchandising Wahn“ sowiso optimal genervt bin, gibts jetzt eine handgefertigte Anna und eine Elsa für das kleine Kind. Gott sei Dank ist das Kind nicht besonders Markenfixiert. Ich hab schon ewig keine Puppen mehr gebastelt und freu mich drauf.

Das wärs jetzt erst mal im groben. Da kommt sicher noch manch ungeplantes quer. Bis dahin…

Rike

Zwei kleine Weiber haben schönste Kleider….

…. oder was wurde eigentlich aus dem April-Projekt. Zur Erinnerung: Wir wollten schön gewandet zur Konfirmation nach Kiel. Die Männer in der Sippe mussten sich selbst behelfen, wir Weiber hatten leere Schränke (wer kennt das nicht?) und so gar nichts anzuziehen.

Mein Projekt muss ich als gescheitert melden. Das Kleid war im Probestück weit vom Wohlfühlkleid entfernt und der Versuch noch fix Bluse und Hose zu nähen, kollabierte mit dem Zeitrahmen. Ich brauch zu lang um aus einem fertigen Schnitt einen passenden und dann noch mir stehenden Schnitt zu zaubern. Da ich für mich noch nicht lang nähe, mangelt es noch an einer Handvoll Standartschnitten, aus denen bei Bedarf spontan was schönes gezaubert wird. Die Hose hab ich noch immer nicht angefangen und die Bluse lag halb fertig auf dem Nähtisch, als wir ins Auto stiegen um ans Meer zu fahren.

Anders erging es den Tochterkindern:

PhototasticCollage-2016-05-06-18-31-57Bisweilen weiche ich bei meinen Suchen, nach schönen alten Nähzeitschriften, etwas vom Wege ab und erstehe schöne alte Schnittmusterhefte für Kinder.

Bisher habe ich mich nicht so recht an die Schnitte herangetraut, da die Größenangaben oft etwas vage sind und die Schnitte auf den ersten Blick ganz schön aufwendig wirken. Um so erstaunter war ich, wie simpel sich die Schnitte am Ende gestalteten und wie flott sie genäht waren.

Beide Kleider sind aus dem oben abgebildeten Kinderheft: „Mode und Schnitt“ von 1960, aus dem Lisa Lacher Verlag, Appolda.

PhototasticCollage-2016-05-06-18-45-54Für mein großes Kind entschied ich mich für das Model 958.  Wie man unschwer erkennen kann gab es eine deutliche Verlängerung (ich glaub ca. 20 cm), da mir knielang für Anfang Mai dann doch ein bischen kühl war. Der Baumwollstoff, im Bild leider nicht gut zu sehen, ist fein blau/weiß gestreift (an der Passe und am unterne Rand des Rockes quer, sonst längs gestreift). Ich wäre  im Design gern näher am Original geblieben, aber da meine Stoffkisten überquellen, musste ich aus den Beständen schöpfen.

Der Schnitt ist unglaublich einfach. Der Rockteil wird, eingehalten und an die Passen angenäht, die Raffung in der Taille erhält man durch den Gürtel. Da es wie bei alten Schnitten üblich nur minimalst Informationen gab, habe ich mich für eine geschleifte Gürtelbindung entschieden, die beim großen Kind gut ankam.

PhototasticCollage-2016-05-06-18-43-03Für das kleine Tochterkind gabs ein Kleid aus dem lang ersehnten Robbenstoff , kombiniert mit bereits beschriebenem Streifenstoff in Blau/Weiß.

Der Schnitt war etwas komplizierter aber ebenfalls ratzfatz genäht.  Oberteil und Rock aus zwei separaten Teilen, das Oberteil am Rücken geknöpft. Der Gürtel sieht schick aus, wurde vom Kind aber als unangenehm empfunden. Schade!

Alles in allem bin ich nicht unzufrieden. Das die Kleiderei bei mir etwas komplizierter ist, ist mir nicht neu und depremiert mich nur am Rande. Die absolut positiven Errfahrungen mit den alten Schnittmustern für die Mädels dagegen machen Lust auf mehr. Gott sei Dank kommt der Sommer und ich hab noch ein paar schöne Stöffchen in den Kisten.

Für den Mai bin ich noch etwas ungeplant. Zum einen brauchen alle Kinder neue Hosen und dann sind da noch ein paar Wände an die dringend Farbe müsste … .  Viel zum nähen werd ich nicht kommen, drum gibts im Mai keinen Plan. Falls es die Zeit erlaubt, werd ich noch ein bischen am Problem mit den fehlenden Standardschnitten arbeiten.

Euch einen schönen Mai

wünscht Rike