Archiv der Kategorie: Projekt: Mach die Sammelkisten leer!

WKSA 2. Teil – Die Entscheidung

Seit Sonntag ist es mal wieder soweit. Das Linktool für den zweiten Teil des WeihnachtsKleidSewAlong ist wieder geöffnet und seit dem versammeln sich wieder jede Menge Freizeitschneidernde Damen unter dem Motto:

„Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“

Nach dem ich mich beim ersten Teil erst kurz vor Schluss entschieden habe, doch noch mit zu machen, bin ich diesmal tatsächlich etwas früher dran. Ich hatte ja die nicht ganz unbegründete Angst,  das ich bereits beim zweiten Treffen aus Zeitgründen kneifen könnte, aber wie das immer so ist: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Ich habe mir gleich nachdem ich den letzten Beitrag abgeschickt habe,  eine fette Angina eingefangen und darf jetzt im Bett liegen bleiben. Sohatte ich genug Zeit schon mal ausgiebig mein Projekt zu bedenken.

Mein durchaus sportlicher Plan sieht vor, das ich mir für Heilig Abend ein Kleid, für den       1. Weihnachtsfeiertag eine Hose/Blusen-Kombi und für den 2. Weihnachtsfeiertag eine Rock/Pullover-Kombi nähen werde.

Das Kleid

Für das Kleid hatte ich viele Ideen. Witziger Weise trag ich eigentlich keine Kleider, einfach weil man damit so schlecht Rad fahren kann und ich ohne mein Fahrrad hier nicht, bzw. nur sehr schlecht wegkomme. Schick find ich die trotzdem und ich träum schon lange von einem karierten roten Wollkleid. Gerade an Heilig Abend.

Das mit dem rotkarierten Wollstoff hat nicht so ganz geklappt, ist aber schon relativ nah dran. Da ich z.Z. stressbedingt ein bischen zum Stoff-frust-shoppen neige, muss ich aus dem Vorrat nähen, sonst komm ich nicht mehr in mein Nähzimmer. Die Regale sind voll, die Fußbodenfläche klein. Zur Auswahl standen ein grünkarierter und ein schwarz/magenta karierter Wollstoff. Mit dem grünkarierten kann ich mich im Moment noch nicht so recht anfreunden, drum wird’s der andere. Hürde Nr. 2, ich habe nur anderthalb Meter. Da mein Traumschnitt eigentlich feststand, ich aber unsicher war ob das gut geht, hab ich meine vier Varianten kurz skizziert.

Variante 1

Vom Schnitt gefiel mir eigentlich dieses Kleid am besten. Als Vorlage diente mir der Schnitt aus der Pramo 2/72 Abb. 16 (hier rechts im Bild)

Eigentlich wollte ich das Oberteil linken Bild übernehmen und den Rock mit den Falten an der Seite vom rechten Bild. Das sah dann aber ausgesprochen seltsam aus, weswegen ich dann doch das rechte Kleid in die engere Wahl genommen habe. Durch die Teilungsnähte im Vorderteil, wäre das dann allerdings mit den Karos eine ganz usselige Friemelei geworden. Bei anderthalb Meter Stoff, war mir das zu heikel. Die Falten so schön sie auch sind, fressen zuviel Stoff, deswegen viel es raus.

Variante 2

Analog Model linkes Foto, aus der Pramo 1/71 Abb. 34. Eigentlich mein absoluter Favorit, aber mit Karos konnte ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Na vielleicht WKSA 2018, dann in unifarbenem Stoff. Hätt ich jetzt kaufen müssen und nur ein Stück Stoff kaufen  hat bei mir noch nie funktioniert.

Variante 3

Das war eigentlich mal die Grundidee für mein Weihnachtskleid, bevor ich mich durch meine alten Schnittmusterzeichnungen wühlte um ein schönes Beispiel für den letzten Beitrag zu finden. Aber irgendwie ist es mir zu kittelschürzelig/pippilangstrumpfig.

Variante 4 – Dit isset!

Irgendwie fand ich das Kleid nett, aber naja. Schön genug um in die engere Wahl zu kommen, aber eigentlich ein wenig zu unscheinbar. Es war dann aber das einzige das ich mir mit dem Stoff vorstellen konnte und bei dem ich nicht Blut und Wasser schwitzen würde, wenn ich versuche die Schnitteile auf dem Stoff unterzubringen. Das Gute, ich könnte es im Büro/Alltag tragen, falls ich denn mal zu Fuß zur Arbeit gehe. Bei Schnee oder so. Brauch ich nur noch schicke Stiefel.

Die Vorlage entstammt der Pramo 11/71 Modell 2-0075

Pramo 11/71 Modell 2-0075

Den Schnitt erstelle ich mir selbst aus einem bereits auf Herz und Nieren getesteten Grundschnitt. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, das Fertigschnitte selten bis nie passen und für Probemodelle fehlt mir die Zeit. Die mittige Teilungsnaht wird natürlich entfallen, das sieht mit den Karos nicht aus.

Die Hose und die Bluse

Am 1. Weihnachtsfeiertag muss, bzw. darf ich arbeiten. Ich habe seit einem Jahr einen wunderschönen Zweitjob in einem großen Berliner Theaterbetrieb im Bereich Kostüm. Die müssen natürlich auch Weihnachten ran und da ich Weihnachten nicht so wirklich viel abgewinnen kann, fand ich die Idee ganz nett, arbeiten zu gehen. Die Kollegin für die ich einspringe, und die nun zuhause den weihnachtlichen Gänsebraten feiern darf irgendwie auch.

Da ich mich schnell bewegen können muss, kommen nur Hosen in Betracht und da es immer sehr warm ist, wird es obenrum ein leichtes Baumwollblüschen. Da es im Anschluss noch ein gemeinsames Weihnachtskäffchen gibt, sollte es auch ein wenig festlich adrett sein.

Der Schnitt stand im Grunde von Anfang an fest. Ich hatte zwei Hosenschnitte zur Auswahl. Ebenfalls Pramo (Pramo Spezial von 1979). Ich habe beide bereits auf Backpapier übertragen und muss sie nur noch ausschneiden. Es wird das Modell Abb. 34. Die andere Hose ist mir etwas zu weit und hat am Bund an der Vorderseite eine gelegte Falte. Damit bin ich letztens auf die Nase gefallen und da hab ich grad keine Lust zu. Der Blusenschnitt entsteht wieder aus meinem perfekten Grundschnitt.

Das einzige Problem, ich kann mich nicht für den Hosenstoff entscheiden. Der Stoff für die Bluse steht schon ewig fest und brauchte nur noch den nötigen Schubs, damit er unter die Maschine darf, aber bei der Hose bin ich noch unschlüssig. Ich habe vier Varianten und hab mich noch nicht endgültig entschieden.

o.li: ein hellblauer Fischgrät Material unbekannt/ o. re: ein dunkelgrüner Wollstoff                u. li: ein schwarzer Stoff mit feinen Nadelstreifen, Material unbekannt/ u.re: ein sehr glatter Denim

Leider alles sehr schlecht zu sehen. Es bleibt spannend.

Die Rock/ Pullover – Kombi

Hier ist alles glasklar. Der Rock wird ein einfacher A-Linienförmiger Sattelrock. Einen getesteten Schnitt hab ich rumliegen (Model 5a aus „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha; Haupt 2012). Für den Pullover und die Stoffbluse wird wie bisher der geliebte Grundschnitt manipuliert bis es passt.

Die Stoffe stehen auch fest:

Bluse aus einem sehr glatten graublauem Stoff mit Rautenmuster. Den Stoff habe ich von den Gebr. Berger in Berlin. Da der Stoff sehr glatt ist und etwas schimmert, vermute ich das es sich im günstigsten Fall um Viskose handelt.

Der Pullover wird aus grauem Wollwalk, aus 100% Schurwolle. Ich liebe diesen Stoff und hab ein klein wenig ein schlechtes Gewissen, denn alternativ hatte ich vor eine schicke Jacke für meinen Liebsten daraus zu nähen. Schwerer Gewissenskonflikt! Muss ich wohl doch noch mal auf Shopping-Tour. Aber erst mal nähen.

Der Rock, ebenfalls Wolle.

Ich wird mich dann mal an die Schnitte machen, ich habe noch zwei Tage Ruhe bevor es wieder los geht und wenn ich die Schnitte fertig hab, läuft das nähen fast von allein.

Was ich geschafft habe und ob ich überhaupt noch dabei bin, sehen wir ab Sonntag den 10.12.2017 „Wir sind neugierig und uns interessiert euer Zwischenstand“. Bis dahin wünsche ich allen Teilnehmerinnen ausreichend Nähzeit und wenig Stress und natürlich ein fettes Danke an die 3 Organisatorinnen.

 

Liebe Grüße

Rike

 

 

 

 

Wider die Vernunft – WKSA 2017

Jedes Jahr will ich so gern ein schickes Weihnachtskleid nähen und jedes Jahr kommt mir dann blöderweise Weihnachten dazwischen.

Der Jahresendspurt ist jedes Jahr stressig und genaugenommen DER GRUND, warum ich Weihnachten nicht nur fürchte sondern regelrecht hasse. Dieses hetzen von Termin zu Termin, das noch schaffen müssen von irgendwelchem Quatsch, das Bedenken und besorgen der Geschenke … .

In diesem Jahr gibt’s noch mal zwei Schippen oben drauf, denn nun bin ich auch noch so richtig echt berufstätig. Also hatte ich beschlossen, das ich den WKSA auch in diesem Jahr ausfallen lasse. Hab ja eh wirklich gar keine Zeit. Überhaupt nicht! Die Vernunft in mir hat gesagt: „Ist jetzt so und Schluss!“ und ich hab´s eingesehen und es war okay.  Bis…

Ja bis, die Ankündigung des WKSA kam. Da kam plötzlich so ein klitzekleines bischen Trauer in mir auf. Aber ey, es geht nicht. Echt! Da ist kein fitzelchen Zeit zum nähen und zum bloggen gleich gar nicht.

Naja und dann kamen die ersten Beiträge. Lesen, so ein bischen wenigstens, darf man ja trotzdem … dafür war noch Zeit, so kurz vor dem einschlafen. Irgendwie wurde dabei aus dem bischen Trauer eine Mischung aus Trotz und Hoffnung, gepaart mit Wahnsinn. Je nach Tageszeit, war mal die eine Stimme in mir lauter, dann mal die andere.

Vorgestern fand ich mich im Nähzimmer wieder, in alten Schnittmustern wühlend, denn eigentlich wollte ich nur nach einem Foto suchen. So als Beispiel für ein Kleid, das mir eventuell für ein Weihnachtskleid im Kopf herumschwirrte. Am Ende lag eine Liste vor mir mit Schnittideen und Projekten die mich locker bis zum WKSA 2018 beschäftigen.

Die Stimme der Vernunft in mir brüllte: „Wenn Du jetzt schon so anfängst! Du spinnst doch total! Du bist doch  jetzt schon irre, was soll das erst in einem Monat werden?!.“

Okay, okay ich lass das. Menno! Für einen Tag hatte die Vernunft gesiegt.

Heute nun lag ich kurz auf dem Sofa und da viel mir siedend heiß ein, das ich ja drei offizielle Weihnachtstermine habe, zu denen ich echt absolut nichts anzuziehen habe.

Da war die Vernunft erst mal sprachlos und das nutz ich jetzt aus.

Der Plan!

Wie gesagt, drei Termine stehen an:

A) Heilig Abend mit Kirchgang

B) Erster Weihnachtsfeiertag, an dem ich in meinem Zweitjob arbeiten darf und an dem neben der Arbeit noch ein Weihnachtskäffchen im Kreise der Kollegen ansteht.

C) Die familiäre Schlacht um die Gänsekeulen am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Was hab ich mir überlegt?

Für A) träume ich schon lang von einem rotkariertem Wollkleid, so in etwa diesem Stil aber mit Ärmeln:

Pramo 4/70

beim durchblättern der alten Pramos kamen aber auch noch diverse andere Kleider ins Spiel:

Pramo 1/71 Abb. 34
Pramo 12/72 Abb.12 und Abb.13
Pramo 2/72 Abb. 16
Pramo 11/71 Modell 2-0075
Pramo 7/71 Abb. 5

Man sieht: In alten Schnittmusterzeitschriften wühlen ist schön, aber es erleichtert die Entscheidungen nicht wirklich.

Für den Zweiten Termin brauche ich als niemals Rock-/Kleidträger was hosiges, da ich bei allem Weihnachtskaffeeklatsch eigentlich zum arbeiten da bin und mich gut bewegen können sollte.

Da ich Hosen gern und viel nähe, aber ich  noch immer nicht den perfekten Schnitt gefunden habe, probiere ich mal wieder was ganz neues. (Höhö, der Irrsinn lässt grüßen. Die Vernunft in mir sagt grad: „Das geht garantiert schief!“).

Pramo Spezial 1979 Abb.34

oder:

Pramo Spezial 1979 Abb 21

Für den letzten Termin näh ich mir einen schönen Rock und ein nettes Oberteil nach eigenen Schnitten. Dazu aber irgendwann mehr. Und eigentlich brauch ich noch eine schicke Jacke….. .

So jetzt aber ab zum WeihnachtsKleidSewAlong des MeMadeMittwoch. Da findet nämlich schon seit Sonntag das erste Treffen zum Thema „Wir haben so viele Ideen“ statt.

Ja die hab ich und ich. Ein ganz fettes DANKE den Organisatorinnen  Katharina/sewing addicted, Nina/Kleidermanie und Claudia/bunte kleider für die Zeit und die Mühe, die Ihr Drei uns Nähverrückten opfert.

Ach ja und falls die Vernunft in mir wieder erwacht, hab ich auch gleich die beste Ausrede der Welt. Nähabstinenz führt bei mir immer zu Frustabbaubelohnugskäufen von Stoff und wenn ich noch länger nur träume, komm ich demnächst nicht mehr durch die Tür des Nähzimmers und das wolln wa doch nich. Oder? Da baun wa doch lieber den bereits entstandenen Stau etwas ab und wenn se Recht hat, die olle Vanunft, na dann darf se och sagen: „Siehste hab ick Dir doch gleich jesacht.“

Wobei, ich glaub die Vernunft spricht hochdeutsch.

In diesem Sinne eine Frohe Vorweihnachtszeit. Ab Sonntag geht’s mit dem WKSA weiter mit dem zweiten Termin: „Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“.

Den hab ich, aber sowas von.

Rike

 

 

 

 

 

FJKA – Finale

Am Ostersonntag war Finale beim FJKA. Das Ziel mein Frühlingsjäckchen auszuführen habe ich erreicht, auch wenn ich es etwas ungeplant im Innenraum präsentierte. Draussen war mir mehr nach dickem fettem Wollmantel. Nichts desto trotz bin ich den Kindern in den Garten gefolgt um die Jacke auch zünftig im Grünen zu präsentieren:

Die Kinder durften den Fotoapparat bedienen, weswegen von gefühlt 700 Fotos gerade mal 3 halbwegs scharf waren. Aber so ist das große Finale der passende Abschluss zum Projekt, denn so ganz glücklich bin ich nicht und so richtig weiß ich auch nicht warum.

Ich hatte ja von Anfang an etwas Bedenken zum Muster und bin von daher gedämpft gestartet. Das Muster find ich inzwischen eigentlich recht gut. Ich habe zwar im Grunde nichts passendes dazu im Kleiderschrank und mir ist eher selten nach wanderndem Leuchtturm zu Mute, aber am Muster liegt es definitiv nicht.

Mit der Passform hadere ich auch nicht so recht. Die Jacke sieht zwar im ausgezogenen Zustand furchtbar lappig aus und sitzt auch eher legere, aber wenn ich sie anhabe und mich im Spiegel betrachte, find ich den Anblick eher gut.

Wärmen tut sie auch….

Ich weiß nicht… Ich glaub es ist die doch recht lockere Strickweise. Ich habe die Wolle mit der empfohlenen Nadelstärke von 3,5 gestrickt und da ich eher locker stricke ist das ganze…, naja so lappig. Im Moment habe ich gerade einen Pullover aus ebensolcher Wolle liegen und mit einer NS 2,0 ist es irgendwie stimmiger und da Alpaka ja von Hause aus sehr weich ist, fühlt es sich auch gut an.

Aufribbeln werd ich die Jacke nicht, ein etwas auffälligeres Teil tut meinem Kleiderschrank ganz gut und die noch fehlende Kleidung zur Jacke die näh ich mir einfach.

Vielleicht brauchen wir beide noch ein Weilchen um warm miteinander zu werden. Im Moment passiert bei mir ganz viel und ich fühle mich als würde etwas das lange schlief erwachen und aus mir herausplatzen. Ich denke die Jacke ist ihrer Zeit ein klein wenig voraus. Ich bin gespannt was noch kommt.

Ein ganz dickes Dankeschön an die Moderatorinnen Sylvia und Luise, die den diesjährigen FJKA organisiert und begleitet haben. Ebenfalls Danke an all die fleissigen Mitstrickerinnen, es hat Spaß gemacht und die Beiträge zu lesen war Anregung und Freude zugleich.

Liebe Grüße

Rike

verlienkt beim FJKA des MeMadeMittwoch

Abseits der üblichen Wege

Wer läuft schon gern auf hartgetrampelten Pfaden, wenn er auch barfuß über grünes Gras hüpfen kann. So in etwa würde ich mein momentanes Lebensgefühl beschreiben. Vor kurzem noch, hätte ich lieber auf altbewährtes zurückgegriffen als vom Weg abzuweichen.

Hätte mir jemand gesagt, das ich mir ein T-Shirt aus gemustertem Stoff nähen würde, hätte ich demjenigen beruhigend über den Kopf getätschelt und mich im stillen gefragt was dem wohl aufs Haupt gestürzt ist. Ist mir gemustert doch viel zu auffällig und Shirts aus Jersey nähen…. ? Ich doch nicht.

Was mir jetzt genau aufs Haupt gestürzt ist weiss ich nicht. Nur eins ist sicher, irgendwie hab ich grad Lust auf neues, weniger graues, buntes und das gepaart mit ungekannter Experimentierfreude. Überraschend gelöst, mein Shirtdilemma im Kleiderschrank.

Vor zwei Wochen bekam ich plötzlich Lust UFO´s abzuarbeiten. Kinderhosen bekamen den noch fehlenden Gummizug, Kaputtes wurde geflickt, eine Hose die schon ewig lag bekam endlich den passenden Bund und Angststoffberg Nr. 1 rückte ins Visier.

Ich bin Stoffadipös und damit der perfekte Patient für die gerade umgehende Stoffdiät. Ich glaub noch lieber als Stoffe verarbeiten gehe ich Stoffe kaufen. Mein Nähzimmer ist klein, das Regal ist voll, die Kisten unter dem Nähtisch auch und inzwischen stapeln sich die Stoffe in allen erdenklichen Ecken, so auch ein hoher Turm gestapelter Jerseystoffe, die ich eigentlich zum Teil mal zu Hosen für mein kleines Kind verarbeiten wollte. Das kleine Kind trägt inzwischen auch Jeans und nun lag er da und das mir. Ich allein mit meiner Jerseyphobie und der heißgeliebten Husqvarna Haushaltsnähmaschine. Nix Overlock! Elastikstich sonst nichts.

Besonders angelacht hat mich ein Stoff, der eigentlich so gar nicht meins ist. Dunkel wollte ich doch nicht mehr haben und gemustert!?! schon gar nicht.

Aber irgendwie fand ich ihn dann doch schön und da ich grad in Experimentierlaune war und für den Stoff sonst keine Verwendung hatte, musste er dran glauben.

Dran glauben musste auch der Schnitt. Ich habe mich für einen bereits erprobten Schnitt entschieden und zwar für das Model 132A aus der Burda 9/2015. Zum ersten mal genäht hatte ich das gute Stück im Rahmen des „brotundbutter-sewalongs“ von „Siebenhundertsachen“. Es war so lala-okay. Nix dolles, aber durchaus tragbar. Ich fand es aber damals schon zu lang und da ich nur einen Meter Stoff auf dem Tisch hatte, wurde gekürzt und geändert was das Zeug hält. Kurz vor Mitternacht stand ich dann vor dem Spiegel und war begeistert. Hey das sah ja richtig gut aus!

Am nächsten Tag musste der nächste Stoff dran glauben. Sweatstoff mit Sternchen.

Streifen fand ich ja schon immer toll! Stoffstück war nur 90 cm lang. Ärmel nochmals gekürzt. Der Sommer kann kommen.

Quergestreift macht dick. Verdammt! Ich hatte doch noch….. und wenn ich eine Strickjacke überziehe, dann geht das doch, da könnte man doch….

Hmmmm?!? Naja. Streifen sind wohl nicht so ganz meins. Aber trotzdem okay.

Abgesehen vom Stoffexperiment, habe ich auch am Schnitt munter geändert. Ich habe die Schultern abgesenkt, die Ärmel gekürzt, den unteren Saum um 12 cm zurückgeschnitten (jetzt ist es perfekt) und den Rücken eingekürzt. Meine Rückenlänge weicht um 6 cm von den gängigen Konfektionsmaßen ab. Das ist heftig viel. Laut meinem alten Nähbuch von Burda werden diese cm  (im Buch ohne genaue Angabe) auf Höhe der Ärmelkugel herausgenommen. Da  ich 6 cm sehr abenteuerlich fand, habe ich  mich Stückweise vorgetastet. Shirt Nr. 1 fehlen 2 cm am Rücken. Am Sternenshirt, habe ich mich dann auf 4 cm gesteigert. Da das Shirt am Ärmel etwas strammer sitzt, habe ich das ganze dann noch mal am Streifenkurzarmshirt getestet und für gut befunden. Bei dem Farbmix-Shirt bin ich dann doch wieder auf 2 cm zurückgegangen (sitzt gleich unwesentlich schlechter). Hier habe ich dann zusätzlich noch den Abnäher in die „Prinzessnähte“ verlegt.

Fazit:

  • 4 Meter Jersey sind vernäht, der Stapel ist deutlich geschrumpft.
  • mein Kleiderschrank hätte 4 neue Bewohner, wenn diese nicht gerade auf der Leine hängen würden, ich vermute so richtig einziehen werden sie da nie….
  • Jersey vernähen ist gar nicht so furchtbar
  • Zur Belohnung darf ich mir jetzt 2 Meter Stoff kaufen und die Overlockspardose bekommt 20 Euro gutgeschrieben.
  • Musterstoffe vernähe ich ab jetzt wohl öfter.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

FJKA 2017 – 1. Zwischenstand

„Erstes Zwischentreffen und ich bin gut im (Strick)-Fluss.
Oh nein! Da gibt es einige Schwierigkeiten und aufgetrennte Reihen…“

…oder warum treffen wir uns heute. Es ist wieder so weit, alle Frühlingsjäckchenstrickerinnen treffen sich heute unter dem Dach des MeMadeMittwochs, um zu berichten.

Kurz gesagt, ich bin zufrieden. Bei unserem letzten Treffen sah es ja kurz so aus, als würd ich schon am Anfang mit ribbeln beginnen. Da hatte ich doch tatsächlich zwei verschiedene Weißtöne in der Kiste und den schöneren am Probestück verwendet. Aber dann handelte es ich um eine Einzelknäuel und so entfiel die Frage ob ich noch mal anfange. Puh! Noch mal Schwein gehabt.

Wenn man das ganze so schön ausbreitet, wie auf dem Bild, kann man durchaus schon erkennen, wohin die Reise gehen könnte. Die Jacke wird in einem Stück gestrickt, begonnen habe ich am unteren Rand. Die Ärmel sind auch schon fertig und werden jetzt als Raglan eingestrickt.

Zeitlich bin ich ebenfalls bester Dinge und träume heimlich von einem zweiten Jäckchen (die Vorratskiste ist noch gut gefüllt).

Haken tuts ein bischen am Design. Eigentlich hatte ich vor, die Jacke nach einer Anleitung von Drops Design, dem Jäckchen City Stroll zu stricken.

Aber die Jacke hat keine Raglanärmel und ist auch nicht aus einem Stück gestrickt, was bedeutet, das ich beim zusammennähen mit den Streifen sehr genau sein muss. Und selbst wenn ich genau bin, sieht es am Ende trotzdem nicht optimal aus. Also hab ich nach meinen Maßen ohne Plan einfach drauf los gestrickt.

Ein Punkt der mir an dem Model sehr gut gefallen hat, war der V-Ausschnitt. Tja und da hakt es grad gewaltig. V-Ausschnitt find ich im Grunde immer noch sehr schön, allerdings vermittelt mir mein rot/weiß geringeltes Gestrick das Gefühl, das die Form/der Schnitt ein anderer sein möchte. Weniger Damenhaft, eher frisch-frech, ganz anders.

Hmmmm? Und dann kommt mir doch glatt der Zufall zur Hilfe. Ich setz mich an den Computer um diesen Beitrag zu schreiben, öffne den heutigen Gastgeberbeitrag des MMM, scrolle bis nach unten um zu sehen, wie viele schon dabei sind und stutze…

Hä? Hab ich schon geschrieben? Aber ich wollte doch erst jetzt….? ….???….? Da seh ich mein rot geringeltes Gestrick, bereits veröffentlicht.

Natürlich bin ich nicht plemplem. Bekränzt (ich weis leider nicht wer sich genau dahinter verbirgt) hat sich von meinem Inspirationsbeitrag inspirieren lassen und wenn ich das recht verstehe verstrickt sie die Originalanleitung in sehr ähnlichem Muster. Na wenn mir das jetzt nicht die Entscheidung abnimmt. Ich seh am Ende die Jacke wie sie geworden wäre, wenn meine Wolle nicht ständig Ideen in mein Ohr flüstern würde und folge ab jetzt dem Faden der spontanen Eingebung.

V-Ausschnitt entfällt also und ich stricke jetzt weiter gerade hoch, bis zum Hals, dann gibt’s ein Bündchen anlag dem Saumbündchen. Offen lass ich mir jetzt die Fragen wie ich die Blenden stricken werde.

Ich find mein Jäckchen sehr dünn und da ich leicht fröstele, kam mir die Idee eventuell ein Jerseyfutter hineinzunähen und die Jacke mit einem Reißverschluß vorn zu schließen. Dagegen spricht, das ich für die Blende ca. 3 cm Platz gelassen habe und die Jacke vorn eventuell zu kurz sein wird. Na mal sehen was sich noch so ergibt. So jetzt werd ich mal lesen was die anderen schon geschafft haben. Einen herzlichen Dank an die Organisatorinnen des FJKA 2017.