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Was macht ein gutes Kleidungsstück aus

Als ich meiner Kollegin I. letztens erzählte das ich mir mein T-Shirt selbst genäht hatte, stellte sie aufrichtig erstaunt fest, das ich ja richtig gut nähen kann. Das ging mir natürlich runter wie Öl. Im Verlauf des Geplauders meinte sie, das ich doch nebenbei für andere nähen könnte und war etwas irritiert, als ich das grundheraus ablehnte, weil es zu kompliziert sei. So richtig erklären konnte ich ihr das in dem Moment nicht, weil ich parallel zudem Gespräch mordswichtige Daten in den Computer hämmerte und absolut nicht in der Lage bin ein so komplexes Thema, mal eben aus dem Stehgreif zu erklären. Irgendwie geistert das Thema aber seit dem in meinem Kopf herum, auch weil ich mal wieder explizit mit der Nase darauf gestoßen wurde, wie wenig Bewusstsein für die Herstellung von Kleidung vorhanden ist. Das soll kein Vorwurf sein, wenn man ein T-Shirt für die berühmten 5 Euro kaufen kann, kann kein tiefgreifendes Bewusstsein für den eigentlichen Wert entstehen. Ich will mich jetzt nicht in einem langen Beitrag über die Bedingungen in der Textilindustrie auslassen, das ist weitgehend bekannt und darüber können andere sehr viel fundierter berichten, als ich kleiner Hobbynäher der auf dem Markt der Möglichkeiten einfach nichts passendes findet.

Um ein Kleidungsstück herzustellen in dem ich mich absolut wohlfühle braucht es im Grunde 3 Parameter die erfüllt sein müssen: gutes Material, der perfekte Schnitt und ein Design das zu mir passt.

Die drei Parameter gehören untrennbar zusammen und bedingen sich. Alles muss perfekt aufeinander abgestimmt sein damit man sich am Ende wohl fühlt.

Das mit dem Material und dem Design leuchtet im Grunde jedem ein. Egal wie schön das gute Stück aussieht, wenn ich den Stoff nicht anfassen mag, oder blödsinnig darin schwitze, der Stoff pillt und labberig wird, wird es wohl ungetragen den Kleiderschrank verstopfen und irgendwann entsorgt werden. Gefallen muss es natürlich auch. Wer zieht sich schon was an, in dem man total bescheuert aussieht. Kompliziert wird es bisweilen beim Schnitt hinsichtlich der Passform.

Um einen Schnitt zu erstellen bedarf es einer Vielzahl von Körpermaßen, Brustumfang, Taillenumfang, Hüftumfang, Rückenlänge und und und. Diese Maße sind immer sehr individuell und variieren von Mensch zu Mensch. Damit ich nun halbwegs passende Kleidung im Laden kaufen kann, gibt es als Richtwert die Konfektionsgrößen. Konfektionsgrößen werden mithilfe von Reihenmessungen ermittelt. Einfach erklärt, bedeutet das, das man ein möglichst große Gruppe von Menschen genau vermisst und dann für jeden Wert Durchschnittswerte in Abhängigkeit von den anderen Maßen ermittelt. Wenn also jemand einen Brustumfang von 88 cm hat, dann hat der Durchschnittsmensch auch einen Taillenumfang von 72 cm und weist einen Hüftumfang von 97 cm auf, wenn dann alle anderen Maße auch noch stimmen könnte es sein, das die Person perfekt in eine Größe 38 passt. Könnte, weil ein passender Schnitt nicht nur Maße, sondern auch noch die Körperform berücksichtigt.

Aber bleiben wir bei den Maßen. Ich für meinen Teil verteile meine Maße sehr großzügig über das Größenspektrum der deutschen Damen-Konfektionsgrößen. Von 32 bis 52 ist alles dabei, mit einer Konzentration der Maße im Bereich zwischen 42 und 48. Egal wie, ich pass da nicht rein.

Wenn ich jetzt die individuelle Körperform dazu nehme wird es richtig abenteuerlich. Habe ich grade schultern oder hängen sie eher nach unten, wie sieht der Hintern aus, flache oder eher starke Gesäßform. Bauch? Taille?

Wenn ich will das der Schnitt am Ende passt ist der Weg bisweilen lang und steinig.

Am Anfang steht der Schnitt. Genau genommen der Grundschnitt, aus dem ich dann alle weiteren Schnitte abwandeln kann. Den Schnitt erstelle ich aus meinen Körpermaßen.

Wenn der Grundschnitt fertig ist, nähe ich ein Probemodell aus billigem Baumwollnessel. An dem Modell, passe ich dann an. Wo zwickt und klemmt es, wo ist zu viel, wo zu wenig Stoff. Das übertrage ich auf den Schnittbogen. Dann nähe ich ein weiteres Modell und überprüfe ob es jetzt passt. Dabei wird viel probiert und es können schon mehrere Probestücke notwendig sein, bis es perfekt ist.

Passt der Grundschnitt, entwickle ich aus diesem den eigentlichen Schnitt. Also alle Teile, inkl. Taschen, Passen, Kragen, Bündchen, was auch immer. Damit nähe ich dann ein Probestück, das ich auch trage. Bei dem Probestück ist das Material in Dicke und Beschaffenheit dem Zielmodell recht nahe, aber nicht so hochwertig. Das Probestück teste ich dann auf Alltagstauglichkeit. Erst wenn nichts mehr klemmt, lohnt es sich auf richtig hochwertige Materialien zurückzugreifen.

Okay ich gebs zu. Ich bin ein Perfektionist, der unglücklicherweise nicht ins deutsche Konfektionsraster passt und gehe gern komplizierte Wege. Natürlich könnte ich einfach für irgend jemanden sagen wir mal ein T-Shirt nähen, wenn derjenige denn unbedingt ein Stoffdesign wünscht, was es im aktuellen Modeeinerlei der Konsumtempel nicht zu kaufen gibt. Ich mess die Referenzgröße Brustumfang, ermittle die Konfektionsgröße, wähle einen Schnitt der in etwa dem gewünschten Design entspricht und nähe das Shirt. Umsonst mach ich das natürlich nicht. Meine potentielle Kundin muss also Geld investieren:

Stoff ab ca. 12 Euro/m bei einem Langarmshirt, ca. 150 cm, macht Materialeinsatz Stoff ca. 18 Euro. Ich brauch Garn in der passenden Farbe. Eine Rolle gutes Garn, macht ca. 3,50 Euro. Zeiteinsatz 3 bis 4 Stunden für alles (nähen, Schnitt übertragen, Zuschnitt etc.) bei einem Stundenlohn von 9 Euro macht das insgesamt ca. 50 Euro für das Shirt.

Wenn es passt hab ich Schwein gehabt. Wenn nicht wird sie mir einen Vogel zeigen und das bei einem vergleichsweise einfachen Kleidungsstück.

Das also wäre meine Erklärung gewesen, warum ich ganz egoistisch nur für mich und meine Kinder nähe. Die Kinder passen Gott sei Dank ins Raster und ich hab einfach keine Wahl.

 

 

Anna es passt nicht!

Anna? Ja Anna! Na kennst Du denn die Heilige Anna nicht? Also echt!

Na gut. Schlaumeiern kann in Zeiten den Internets ja inzwischen jeder und so geb ich einfach zu, das ich nur eine schöne Überschrift für meinen Beitrag gesucht habe und über Hier zu Da gelangt bin und nun weiß, das die Heilige Anna, neben vielen anderen, die Schutzpatronin der Schneider und damit auch der Nähnerdinnen (schönes Wort ich weiß) ist.

Wäre ich katholisch wäre sie mit Sicherheit die Heilige, zu der ich in den letzten Jahren eine sehr sehr innige Beziehung aufgebaut hätte. Denn der Weg zum passenden Kleidungsstück war bis heute lang und steinig. Wenn ich nicht im Grunde so ein optimistischer Mensch wäre, gesegnet mit einer knurrigen  Sturheit, hätte ich sicher schon vor sehr langer Zeit aufgegeben, denn es wurde selten gut.

Die Sachen haben nie so recht gepasst, mal zu groß, mal zu klein, zu sackig, zu eng, … Kaufkleidung war keine Alternative. Ich habe mich von Größe zu Größe probiert und wenn ich das Gefühl hatte, jetzt klemmt nichts mehr, dann hat der Blick in den Spiegel gesagt: „Schön ist anders!“

Über allem stand immer die Frage: Warum passt mir nichts richtig und warum sehen die Sachen an mir meistens so Sch… aus.

Um diese Frage zu beantworten habe ich viel herumprobiert und gelesen.

Ich habe mich mit Figurtypen beschäftigt, mit der Gestaltung von Kleidern und natürlich mit Schnittkonstruktion und Schnittanpassung.

Mit Fertigschnitten konnte ich nicht wirklich viel anfangen, ich muss oft so tiefgreifend in den Schnitt eingreifen und so viel ändern, das am Ende nur Murks rausgekommen ist. Für einen Menschen, der mit Nullwissen gestartet ist, eine große Herausforderung. Aber immerhin ich habe viel gelernt. Langsam aber stetig wurde das Wissen größer, das nähtechnische Können ausgebaut, die Erleuchtungen kamen immer öfter und:

Tadaaaa! Es ist mir gelungen. Ich habe  es geschafft, mir einen Hosen- und einen Oberteil-Grundschnitt zu erstellen, der einfach nur passt. Verdammt bin ich glücklich.

Ich hab so viel genäht in den letzten Jahren. Immer mit der Vorfreude auf eine schönes Kleidungsstück in dem ich mich wohl fühlen werde, habe mir überlegt wie ich das schöne Stück in meinem Blog dann präsentieren kann und dann kam der Moment der Wahrheit und der ist mit dem Begriff „Ernüchterung“ nicht annähernd beschrieben. Ich war oft so neidisch, wenn ich auf dem MeMadeMittwoch-Blog gelesen habe und all die anderen in ihren gelungenen Kleidern gesehen habe. Klar die ein oder andere schrieb auch mal vom Misserfolg, aber im großen und ganzen waren die meisten doch fröhlich und hatten neuen Zuwachs im Kleiderschrank.

So jetzt werde ich mich als nächstes mit der Gestaltung von Kleidung auseinandersetzen und dann hoffe ich das ich zukünftig mehr Lust habe über alle meine genähten Sachen zu berichten.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Abseits der üblichen Wege

Wer läuft schon gern auf hartgetrampelten Pfaden, wenn er auch barfuß über grünes Gras hüpfen kann. So in etwa würde ich mein momentanes Lebensgefühl beschreiben. Vor kurzem noch, hätte ich lieber auf altbewährtes zurückgegriffen als vom Weg abzuweichen.

Hätte mir jemand gesagt, das ich mir ein T-Shirt aus gemustertem Stoff nähen würde, hätte ich demjenigen beruhigend über den Kopf getätschelt und mich im stillen gefragt was dem wohl aufs Haupt gestürzt ist. Ist mir gemustert doch viel zu auffällig und Shirts aus Jersey nähen…. ? Ich doch nicht.

Was mir jetzt genau aufs Haupt gestürzt ist weiss ich nicht. Nur eins ist sicher, irgendwie hab ich grad Lust auf neues, weniger graues, buntes und das gepaart mit ungekannter Experimentierfreude. Überraschend gelöst, mein Shirtdilemma im Kleiderschrank.

Vor zwei Wochen bekam ich plötzlich Lust UFO´s abzuarbeiten. Kinderhosen bekamen den noch fehlenden Gummizug, Kaputtes wurde geflickt, eine Hose die schon ewig lag bekam endlich den passenden Bund und Angststoffberg Nr. 1 rückte ins Visier.

Ich bin Stoffadipös und damit der perfekte Patient für die gerade umgehende Stoffdiät. Ich glaub noch lieber als Stoffe verarbeiten gehe ich Stoffe kaufen. Mein Nähzimmer ist klein, das Regal ist voll, die Kisten unter dem Nähtisch auch und inzwischen stapeln sich die Stoffe in allen erdenklichen Ecken, so auch ein hoher Turm gestapelter Jerseystoffe, die ich eigentlich zum Teil mal zu Hosen für mein kleines Kind verarbeiten wollte. Das kleine Kind trägt inzwischen auch Jeans und nun lag er da und das mir. Ich allein mit meiner Jerseyphobie und der heißgeliebten Husqvarna Haushaltsnähmaschine. Nix Overlock! Elastikstich sonst nichts.

Besonders angelacht hat mich ein Stoff, der eigentlich so gar nicht meins ist. Dunkel wollte ich doch nicht mehr haben und gemustert!?! schon gar nicht.

Aber irgendwie fand ich ihn dann doch schön und da ich grad in Experimentierlaune war und für den Stoff sonst keine Verwendung hatte, musste er dran glauben.

Dran glauben musste auch der Schnitt. Ich habe mich für einen bereits erprobten Schnitt entschieden und zwar für das Model 132A aus der Burda 9/2015. Zum ersten mal genäht hatte ich das gute Stück im Rahmen des „brotundbutter-sewalongs“ von „Siebenhundertsachen“. Es war so lala-okay. Nix dolles, aber durchaus tragbar. Ich fand es aber damals schon zu lang und da ich nur einen Meter Stoff auf dem Tisch hatte, wurde gekürzt und geändert was das Zeug hält. Kurz vor Mitternacht stand ich dann vor dem Spiegel und war begeistert. Hey das sah ja richtig gut aus!

Am nächsten Tag musste der nächste Stoff dran glauben. Sweatstoff mit Sternchen.

Streifen fand ich ja schon immer toll! Stoffstück war nur 90 cm lang. Ärmel nochmals gekürzt. Der Sommer kann kommen.

Quergestreift macht dick. Verdammt! Ich hatte doch noch….. und wenn ich eine Strickjacke überziehe, dann geht das doch, da könnte man doch….

Hmmmm?!? Naja. Streifen sind wohl nicht so ganz meins. Aber trotzdem okay.

Abgesehen vom Stoffexperiment, habe ich auch am Schnitt munter geändert. Ich habe die Schultern abgesenkt, die Ärmel gekürzt, den unteren Saum um 12 cm zurückgeschnitten (jetzt ist es perfekt) und den Rücken eingekürzt. Meine Rückenlänge weicht um 6 cm von den gängigen Konfektionsmaßen ab. Das ist heftig viel. Laut meinem alten Nähbuch von Burda werden diese cm  (im Buch ohne genaue Angabe) auf Höhe der Ärmelkugel herausgenommen. Da  ich 6 cm sehr abenteuerlich fand, habe ich  mich Stückweise vorgetastet. Shirt Nr. 1 fehlen 2 cm am Rücken. Am Sternenshirt, habe ich mich dann auf 4 cm gesteigert. Da das Shirt am Ärmel etwas strammer sitzt, habe ich das ganze dann noch mal am Streifenkurzarmshirt getestet und für gut befunden. Bei dem Farbmix-Shirt bin ich dann doch wieder auf 2 cm zurückgegangen (sitzt gleich unwesentlich schlechter). Hier habe ich dann zusätzlich noch den Abnäher in die „Prinzessnähte“ verlegt.

Fazit:

  • 4 Meter Jersey sind vernäht, der Stapel ist deutlich geschrumpft.
  • mein Kleiderschrank hätte 4 neue Bewohner, wenn diese nicht gerade auf der Leine hängen würden, ich vermute so richtig einziehen werden sie da nie….
  • Jersey vernähen ist gar nicht so furchtbar
  • Zur Belohnung darf ich mir jetzt 2 Meter Stoff kaufen und die Overlockspardose bekommt 20 Euro gutgeschrieben.
  • Musterstoffe vernähe ich ab jetzt wohl öfter.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch.

Fasching in Berlin

Fasching ist so gar nicht meins. Verkleiden! Buäh! Mochte ich schon als Kind nicht so richtig.

Was dagegen aber richtig fetzt und saumäßig Spaß bringt ist der Fasching meiner Kinder. Die ersten Kostümideen kommen meist schon im November, werden im Januar konkreter und eine Woche vor dem Termin noch mal umgeworfen. Das ist dann der Moment, in dem ich hecktisch die Stoffvorräte durchwühle, Stoffbestellungen aufgebe und die Nähmaschine zum qualmen bringe.

In diesem Jahr hatte ich eigentlich geplant aus dem Fundus zu schöpfen, da sich beruflich einiges ergeben und ich wenig Lust auf den Faschingsstress hatte.

Irgendwie ist der Plan dann aber gründlich schief gegangen. Mein Sohn wollte gern als Harry Potter gehen und auf keinen Fall den Hexenhut seiner Schwestern wieder verwerten und da wir auch keinen passenden Mantel hatten, musste der auch noch schnell genäht werden. Das große Tochterkind, wollte als Gespenst, ganz klassisch im Bettlaken…. Na gut, geht ja schnell. Und dann kam das kleine Tochterkind  auf die Idee, das Batman der Knaller wäre. Beim großen gelben M, gabs zur Juniortüte die Maske und den Rest aus der kleinen Schneiderwerkstatt.

Es hat Spaß gemacht. Eigentlich bin ich ja nicht so der Jersey-Näher. Mit meiner ersten Maschine, einem Montagsmodel aus dem Hause Singer, sah das Ergebnis einfach nur furchtbar aus und so blieb das mulmige Gefühl, wenn Jersey ins Spiel kommt. Eigentlich Grundlos, aber eben noch nicht überwunden.

Batman in Webstoffen ging dann aber wirklich nicht und so bestellte ich mit leicht flauem Gefühl im Magen, dunklen Baumwolljersey und da Batman, ja zu den Supertypen gehört auch Folienjersey, damit es glänzt. (Folienjersey finde ich ja noch respekteinflößender als Bauwolljersey, aber was muss, das muss.)

Heute kam die Mail, das mein Stoffpaket an den Versender übergeben wurde. Aha! Lieferzeit von 3 – 6 Werktagen bedeutet für mich ja eigentlich, das es spätestens am sechsten Tag da ist und nicht, das es am achten versendet wird. Gott sei Dank schwante mir bereits am Freitag, dass da was schiefgeht und so spurtete ich flott mit dem Auto zu „Berlins Welt der Stoffe“, um dann etwas irritiert vor der verschwundenen Halle zu stehen. Ein Blick ins Internet und die Erleuchtung: „Sind umgezogen“. Also weiter ins Stammhaus zu HüCo an der Jungfernheide und da gab´s dann alle Dinge die ich benötigte, sofort und zum anfassen. Wieso bestell ich Doofnase eigentlich im Internet?

Samstag gab´s dann Accordnähen von 12 bis 24 Uhr und heute TaDa! ein stolzes Kind in der Kita.

Wie hab ich´s gemacht?

Das Kostüm besteht aus 5 Einzelteilen.

T-Shirt, nach einem Schnitt aus der Ottobre 6/2016. Da das Model 11. Crazy Frog & Black Cat eher weit geschnitten ist, habe ich es zwei Nummern kleiner zugeschnitten und nur die Länge in der richtigen Größe beibehalten. Batman Logo ist natürlich selbstgebastelt. Dafür habe ich mir einfach ein Bild aus dem WWW gemopst, die Umrisse auf „Bügelpapier für Applikationen“ (heisst das so?) übertragen und dann die Stoffe aufeinander geklebt. Da ich vermute das man Folienjersey eher nicht bügeln sollte, habe ich das ganze beim Bügeln in Baumollstoffe eingehüllt. An den Ärmeln hab ich dann noch die Armstulpen angenäht (auf den Baumwolljersey drauf und fertig).

Die Hose ist ebenfalls Ottobre, diesmal aus der 1/2016, die Slimleg Leggins. Ebenfalls mit den typischen Beinstulpen in blauem Folienjersey.

Batmans Überhose ist nach einem Schnitt aus der Ottobre 6/2015, die Unterhose Ms Girly, Nr. 16B. An die Unterhose habe ich einen ca. 7 cm hohen Bund aus schwarzem Baumwolljersey angesetzt und als Gürtelschlaufen die Taschenattrappen angenäht.

Der Gürtel ist ebenfalls aus Folienjersey, aber eine andere Qualität, als der blaue Jersey. Auf der Rolle im Geschäft stand groß „NUR DEKO“ drauf und mangels Alternativen und unschlagbar günstigem Preis (4 €/m) war ich mutig und nahm ihn mit. Nachdem meine Tochter mit einem Rest gespielt hatte, wusste ich warum man den besser nicht dehnt. Um das Einreißen der Folie zu vermeiden, hab ich ihn einfach mit Vliesline unterfüttert

Der Mantel ist frei entworfen. Außen wieder der blaue Folienjersey, innen schwarze Baumwolle. Vorn mit Klett geschlossen. Damit es am Hals nicht so zerrt, gab´s heute morgen noch selbstklebenden Klett ans T-Shirt.

Abschließend stelle ich fest, das ich meine Jersey-Phobie dringend überdenken sollte. So schlimm ist es nicht. Selbst der Folienjersey hat echt Spaß gemacht, schon weil er so schön funkelt. Gott sei Dank muss ich das Kostüm noch mindestens ein mal nähen, da mein Sohn doch heftig neidisch war und sich sicher wie Bolle freut, wenn er auch noch ein Exemplar bekommt. Als Konfrontationstherapie sozusagen. Naja und die fehlenden Shirts in meinem Schrank therapieren dann den Rest.

Und weil heut Dienstag ist geht das ganze jetzt noch zu DienstagsDinge und zum Creadienstag, zwei wöchentlichen Schaufenstern der Creativen Bloggemeinde.

 

Herbstpläne 2016

„Lesen gefährdet die Dummheit!“ Diese Warnung wird mir immer auf dem Kassenbon meiner Lieblingsbuchhandlung mit auf den Weg geggeben. Inzwischen kann ich dem ein weiters Warnsprüchlein hinzufügen:

„Bloglesen gefährdet die Faulheit!“

Frau Siebenhundertsachen, deren Blog ich im Rahmen des „Brot und Butter – Sewalongs“ kennen und schätzen gelernt habe, stiftet zum Herbst Plan-Along 2016 an.

Mein erster Gedanke war: „Gott sei Dank, dazu fällt mir ja gar nichts ein und ich hab ja auch gar keine Zeit.“ Kaum war das elektronische Ding aus, krochen auch schon die ein oder anderen Ideen aus den grauen Zellen und forderten Umsetzung. Verdammt! Um dem bunten Treiben im Kopf Einhalt zu gebieten, geb ich jetzt nach und beteilige mich umgehend.

Also! Was steht an? Erlaubt ist jede Form des handwerklich-kreativen Ausdrucks, der sich in den nächsten 2 bis 3 Monaten umsetzen lässt. Oha!

Bei mir stehen zu einem guten Teil „Muss-Projekte“ und zu einem etwas kleineren „Könnte und Sollte-Projekte“ an.

Zu den Muss-Projekten gehört im Moment ausschliesslich diverses Nähtrallala und ein wenig Gestrick.

Projekt Nr. 1

Alle Kinder sind, unverschämterweise in den Ferien gewachsen und brauchen dringend neue Kleidung. Deswegen:

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Hosen! Je Kind mind. 3 Stück, für das kleine Sandkastenspielende eher 5 und jede Menge Socken.

Projekt Nr. 2

In meinem Kleiderschrank herscht immer noch gähnende Leere, deswegen für mich:

2 etwas wärmere Hosen

2 – 4 langärmelige Shirts

2 Pullover/ Strickjacken (gestrickt)

3 paar warme Socken (gestrickt)

Projekt Nr. 3

Der Gatte wünscht Stuhkissen. Ich habs versprochen, da muss ich wohl durch. Mindestens 5 Stück.

Projekt Nr. 4

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Große Fensteröffnungen laden Vögel gern zum durchfliegen ein. Pech für den Vogel, wenn das Fenster dann gar nicht offen stand. Deswegen haben wir im letzten Herbst die Scheiben mit bunten gebastelten Laubblättern beklebt, die inzwischen etwas unschön ausschauen. Die werden wir jetzt mal erneuern. Vielleicht ein Vorhang aus aufgefädelten Kastanien? Ein klassisches „Könnte und Sollte-Projekt“.

Projekt Nr. 5

Am 21. Dezember beginnt rein kalendarisch der Winter und da 3 Tage später schon Weihnachten ist, wäre es schlau mit dem basteln der Weihnachtsgeschenke im Herbst zu beginnen. Projekt Nr. 5 wird daher in den nächsten Monaten je nach Ideenlage und Wunschäußerung der Liebenmein, ergänzt und erweitert.

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Bereits mit Heulkrampf angefordert wurde ein „Anna und Elsa Puppenset“ in Barbiegröße. Da ich es nicht über mich bringe, für hässlichen chinesischen Billigplunder Geld auszugeben und vom all anwesenden „Anna und Elsa -Merchandising Wahn“ sowiso optimal genervt bin, gibts jetzt eine handgefertigte Anna und eine Elsa für das kleine Kind. Gott sei Dank ist das Kind nicht besonders Markenfixiert. Ich hab schon ewig keine Puppen mehr gebastelt und freu mich drauf.

Das wärs jetzt erst mal im groben. Da kommt sicher noch manch ungeplantes quer. Bis dahin…

Rike